Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 11 (November 1847)
- Date
- 1847-11-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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188 unter die Hand dessen beugte, der zerstörte, um aufzübauen, schlug um zu heilen, konnte hoffen: der Herr werde für die Bußfertigen auch wacker sein, sein Wort der Verheißung zu erfüllen. Doch wir müßten beinahe jeden Satz der Predigt beleuchten, wollten wir jede Unwahrheit aufdecken. So lesen wir z. B. „Zst es nicht das Zudenthum, welches stehen blieb bei dem, was Gott geboten und eben darum Nichts hinzugefügt wissen wollte." Wer weiß nicht: wie das heutige Zudenthum ein ganz anderes ist als das göttliche, „von Gott gebotene." Warum denn alle die Reform-Versammlungen und dieser allgemeine Hader unter den radikalen und vermittelnden Reformern und den strengen Juden, den treuen Anhängern des Talmuds, die stch auf den Talmud stützend, sich die einzig wahren Zuden und alle Uebrigen Epikorsim nennen? Oder eine andere Lüge: „Der wahrhaft jüdische Geist siehet in der Fortbildung der Menschheit seine Erfüllung und seine Vollendung." Noch andere unwahre Stellen könnten wir abschreiben; doch genug davon. — Wir haben schon manche jüdische Predigt gelesen und gehört, über manche uns gefreut, bei andern viel zu wünschen gehabt; aber keine hat uns mit solcher Wehmuth erfüllt und uns so unwillkührlich an die Worte des Propheten erinnert: „Sie heilen den Schaden meines Volkes aufs Leichte hin, und sagen: Friede, Friede! und ist doch nicht Friede (Zerem. 8., 11.) Wahrlich die Propheten weissagen falsch, und die Priester herrschen durch ihre Hände, und mein Volk hats gerne also. Wie wird es euch zuletzt deshalb gehen?" (5, 31.) Möge Gott bald Hirten unter Israel erwecken, die da recht lehren und nicht Träume verkündigen, die den Schaden Josephs beweinen, die Sünde aufdecken und den Arzt für alle Schäden suchen, dann wird Zuda geholfen werden und Israel sicher wohnen! I. A. H.