Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 11 (November 1847)
- Date
- 1847-11-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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187 gebete aussprechen. — Aber auch die heilige Schrift selbst Widerlegt den Herrn Doctor;deim er beruft fich für seine Darstellung, daß Israel kein anderes Vaterland habe als das Land in dem es jetzt wohne, auf Jeremias 29, wo gesagt ist: Bauet Häuser, pflanzet Weinberge und suchet der Stadt Bestes, dahin ich Euch habe wegführen lassen und betet für sie zum Herrn re. Allein darin liegt immermehr, daß die Juden Babylonien als ihr Vaterland ansehen sollten , denn in demselben Capitel, V. 10., verheißt der Herr Erlösung aus dem Exil, und der Mann Gottes Daniel trauert über die Gefangenschaft seines Volkes, betet nach Jerusalem gewendet, in rechter Zerknirschung des Herzens um die Wiedereinsetzung ins Land der Väter. Za an den Wassern Babels saßen die Väter Israels trauernd und hingen ihre Harfen an die Weiden, und Keiner hat je gesagt: „Das ist unsere göttliche Sendung." Aber anstatt nun sich unter Gottes Gericht zu demüthigen und die Zuhörer zur Demuth anzuleiten, lesen wir in diesem Bortrag: „Ihr, die Ihr saget, wir hätten kein Vaterland, Ihr müsset kein Vaterland haben, wenigstens kein Herz für Euer Vaterland" — rc. Wie kommen solche Exclamationen in ein Gotteshaus? Solche Anreden an Nichtanwesende vor einer zum Gottesdienst versammelten Gemeine? — Doch wir dürfen nicht unbillig seyn. Unser Prediger führt auch seinen Text an; lasset uns sehen, wie. Der demüthige Jeremias sträubet sich im Gefühl seiner Schwäche dem Rufe Gottes zu folgen, aber Herr Philippsou ist für jede göttliche Sendung wohl gerüstet und spricht deshalb: „Wir sind gegangen und wollen gehen, wohin uns Gott sendet; wir haben uns nicht gefürchtet und wollen uns nicht fürchten; denn Gott ist mit uns, uns zu retten; ich wache über mein Wort, es zu vollführen." (Irrem. 1.) Wie die Sendung Jeremias grundfalsch angewandt worden ist, so sind es auch diese Worte des Textes: „denn ich bin wacker über mein Wort es zu thun." Denn wahrlich, das war kein Trostwort für Israel in seinem Elende, sondern vorerst ein ernstes Gerichtswort: wie der Herr wacker ist, sein Wort der Drohung und des Gerichts auszuführen — und nur wer sich