Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1847-10-01 · Heft 10 (Oktober 1847) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 10 (Oktober 1847)
Date
1847-10-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554570-2554581--00656-2556453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

175 wuicde lange Mtd viel über Zesaias 7,14. gesprochen. Unsre Gegner behauptete, daß weil hier steht: „eine Jungfrau ist schwanger", der Messias damals schon geboren worden sein muß und darum Jesus derselbe nicht sein kann — denn das diese Stelle vom Messias Handke, leugnete er nicht. — Wir suchten es ihm auf jegliche Weise klar zu machen, daß in der prophetischen Redeweise die Gegenwart unzählige Male für die Zukunft gebraucht würde, aber er blieb bei seiner Meinung steif und fest stehen. Des Abends gelangte auch Freund W. an. 15. — Auch heute hatten wir mit dem Zuden ... und seinem Sohne wieder eine lange Unterredung. Als wir über die Empfängniß Christi vom heiligen Geiste sprachen, brachte, er folgenden wunderlichen Einwand vor: „Warum, fragte er, wurde Adam, und nicht Eva, zuerst erschaffen? Der Grund ist der: Wäre Eva zuerst von Gott erschaffen und dann Adam durch seine Allmacht in ihr erzeugt und von ihr geboren worden, .wie die Menschen jetzt geboren werden, dann würde alle Welt an Zesum als von dem heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren geglaubt haben. Das aber wollte Gott verhindern, daher schuf er erst den Abam und dann die Eva aus einer seiner Ribben." 17. — W. und ich waren nach ... vorausgeeilt, damit an einem Tage an zwei Orten gepredigt würde. Zch hatte eine volle Kirche und gegen 300 Zuden mochten unter meinen Zuhörern sein, welche alle, mit Ausnahme zweier, bis zu Ende der Predigt sehr aufmerksam waren. Als wir aus der Kirche zurückkehrten, erwarteten uns schon eine ganze Anzahl Zuden, unter ihnen auch zwei Lehrer. Wir nahmen sie mit in unsere Stube, und von nun an waren wir kaum eine Viertelstunde allein bis Abends um 10 Uhr. Die Lehre von der Dreieinigkeit, der Göttlichkeit des Messias und von seinem versöhnenden Tode wurden ausführlich besprochen, die Einwendungen dagegen aus der Schrift und andem Gründen widerlegt und zurückgewiesen- und Christus als der einzige Weg zum Leben gepredigt. Unsere Worte schienen oft einen tiefen Eindruck auf die anwesenden Zuden zu machen, besonders auf den einen Lehrer, dem einige Male Thränen in die Augen zu treten schienen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.