Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1847)
- Date
- 1847-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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174 auch offen aus als einen Freund der Reform und des Lichtfteundthums und bedauerte nur, daß er wegen des starrm Orthodoxismus in seiner Gemeinde seine Meinung nicht frei und offen aussprechen dürfe. Obschon wir ihm die Wahrheit in keiner Weise verschwiegm, so blieb er doch ruhig und mild, was wir an ihm rühmen müssen, und wir schieden freundlich von einander. — Nun trennten wir uns, S. und ich. Während S. das (bereits Seite 142 mitgetheilte) Gespräch mit einem Juden in seinem Laden hatte, fand ich bei dem Herrn Doctor ... der mir schon von früher her bekannt war, fteundliche Aufnahme. Zu meiner Freude traf ich bei ihm den Herrn Doctor... aus ... *) Nach einer herzlichen Begrüßung wurde sogleich von den gegenwärtigen religiösen Bewegungen gesprochen, wobei ich nachzuweisen suchte, daß die Bestrebungen der Reformer im Zudenthume und der sogenannten protestantischen Freunde im Christenchurne nichts anders bezwecken als eine völlige Auflösung und Umstürzung aller menschlichen Verhältnisse, der staatlichen ebenso wie der religiösen. Dies aber wird und kann chnen nicht gelingen. Das Zudenthum freilich wird diesen Stürmen nicht widerstehen können, weil es keinen festen Grund und Boden hat, weil es nur auf menschlichen Lehren und Meinungen beruht; das Christenthum aber wird aus diesem Kampfe nur um so herrlicher und siegreicher hervorgehen, weil es auf einem Grund erbauet ist, der wohl scheinbar erschüttert, aber auch selbst von den Pforten der Hölle nicht umgestoßen werden kann. Hier nun war es, wo man mich fragte, was denn eigentlich der Zweck Meiner Reisen und überhaupt meiner Thätigkeit als Missionar sei, worauf ich ganz frei und offen antwortete: Kein anderer als auch den Juden das Evangelium zu predigen, damit sie zur Erkennmiß der Wahrheit und Gemeinschaft mit Gott gelangen möchten. Mit dieser Antwort waren sie zufrieden. Bon seinem Aufenthalte in ..., wo S. am 17. predigte, schreibt H. in seinem Tagebuche: Ais wir vor dem Hause des ..., der mir von früher her schon bekannt ist, vorbeigingen, rief er uns in seine Stube. Es *) Er ist unser» Lesern bereits bekannt aus einem früher« Reiseberichte. Ro. i. S. IS. 16.