Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1847)
- Date
- 1847-10-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 MLsfonsna ch richten. (Preußen) (F o r t s e tz u n g.) Wir hoffen, daß es unfern Lesern nicht unlieb sein wird, wenn wir den Reisebericht unsers Freundes S. dies Mal bei Seite liegen lassen und dafür zur Ergänzung des von ihm Erzähltm Einiges aus den Tagebüchern seiner beiden Reisegefährten nachholen. H. erzählt: Am 10. April predigte ich (auf dieser Reise zum ersten Male) in ... vor einer zahlreichen Versammlung, in der sich auch etwa 20 bis 30 Zuden befinden mochten. Nach der Predigt hatte ich mit dem jüdischen Lehrer und einem Kaufmanne ein, ein paar Stunden dauerndes Gespräch über die ewigen Wahrheiten des Evangeliums, wozu sich mir die gegenwärtigen religiösen Bewegungen unter Zuden und Christen als Anknüpfungspunkt darboten. Unser Gespräch wurde mit der größten Ruhe, Liebe und Achtung gegen einander geführt und war für mich eine wahre Erquickung, wie es hoffentlich auch für meine beiden Freunde und die andern gegenwärtigen Personen aus dem Hause Israel gewesen sein wird. 13. — Unser heutiges Tagewerk in ... begannen wir mit einem Besuche bei dem Schächter und Kantor. Zn der beinahe zwei Stunden dauernden Unterredung mit ihm wurden verschiedene Lehren der heiligen Schrift besprochen, wie die von den Opfern, der Dreieinigkeit, der Persönlichkeit und Göttlichkeit des Messias und seinem versöhnenden Tode. Diese Lehren leugnete er allesammt, weil sie der Vernunft widersprächen und darum auch nicht im Altm Testament und im Zudenchume begründet sein könnten. Besonders aber bestritt er die Persönlichkeit des Messias und die Erlösung des Menschengeschlechts durch seinen Tod als den Zweck seiner Erscheinung auf Erden. Was das Alte Testament und das Zudenthum von dem Messias lehre, behauptete er, sei weiter nichts als die Idee einer Zeit, in der alle Menschen, ohnerachtet der größten Verschiedenheit ihrer Religion und Confession, ihre gegenseitigen Rechte anerkennen und sich unter einander als Brüder lieben werden. Zn dem ganzen Gespräche zeigte er sich — und sprach es