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Dibre Emeth · 1847-10-01 · Heft 10 (Oktober 1847) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 10 (Oktober 1847)
Date
1847-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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dem Herrn, gehöriges, ihm geweihtes Haus, und wurde erst abgeleiteter Weise auf die darin sich versammelnde Menge, auf die große Gemeinschaft der Christenheit übertragen. Wer nun dieser Kyrios, dieser Herr sei, das leidet keinen Zweifel; — das ist der Eine Meister der Christen, der Herr Zesus Christus, der Baustein, den die Bauleute verworfen haben, und der nun zum Eckstein geworden ist. Was soll also die Benennung jüdische Kirche? Wie? die Juden sollten im Enist ihre Bersammlungshäuser Kirchen und ihre Gemeinschaft Kirche nennen wollen — Stätten und Gemeinschaften, die eben darum noch jüdisch heißen , weil sie den Herrn, der in sein Eigenthum gekommen war, nicht ausgenommen haben und ihm bis zu dieser Stunde den Rücken kehren? Eine Gemeinschaft von Zuden könnte nur darum Kirche heißen, weil sie den Herrn nicht anerkennt. Die Anwendung dieses Namens müssen wir demnach als eine jeglichen vernünftigen Grundes entbehrende Anmaßung zurückweisen. Möglich ist es, daß das Bestreben unter den Zuden, welches sie nach dieser Benennung greifen ließ, wenn es auch bis jetzt noch nur ein Zertrümmern der alten Form ohne positiven Halt ist, dazu dienen muß, Zsrael seinem wahren Ziele näher zu führen. Aus jener verkehrten Abgeschlossenheit, deren Träger der Talmud war, scheinen sie heraustreten zu wollen, und wenn es auch menschlich angesehen noch nicht den Anschein hat, so könnten doch vielen die Augen geöffnet werdm, nachdem ihnen diese Decke genommen ist, daß sie ansehen, welchen sie zerstochen haben, (Sach. 12,10.) und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen und den Herrn und seine Gnade ehren. (Hos. 3, 5.) Za, daß der Herr ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist gäbe, und das steinerne Herz weg nähme und ein fleischernes Herz gäbe nach seiner Verheißung! (Ez. 11, 19. 36, 26.) scheint, bezeugt unter andern schon Walafrid Strabo im 9ten Jahrhundert, welcher angiebt, daß durch Vermittlung der mit den Griechen in Berührung stehenden Gothen das Wort „Kyrch" zu uns gelangt sei. Charakteristisch für die germanischen Stämme bleibt es, daß in ihnen dies Wort, welches die Beziehung auf Christum so entschieden in den Vordergrund treten läßt, sich festgesetzt hat, während in . die romanischen Sprachen das allgemeinere Wort eeciesia übergegangen ist.

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