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Dibre Emeth · 1847-10-01 · Heft 10 (Oktober 1847) · page 10

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Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 10 (Oktober 1847)
Date
1847-10-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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hat Zeiten der Entartung gehabt; ja, es kann geschehen, daß sie -Mie ein Bächlein erscheint, welches mühevoll durch Dorngestrüpp sickert, wo die Zuflüsse aus der Erde Gründen und von des Himmels Fenstern ihr eine Welle entzogen sind, wo die Theurung an erlösten Seelen auch einen Elias auf den Gedanken gänzlicher Vereinsamung bringen kann."") Aber vermöge ihrer innern Lebenskraft hat sie sich immer aufs Neue verjüngt und reformirt: und nach jeder Erniedrigung einen Schritt vorwärts gethan zur Erreichung ihres herrlichen Zieles. Ihr vertrauen wir, daß sie in seiner Kraft die ihr zugemeßne Bahn durchlaufen und wahrhaft eine Hütte Gottes bei allen Menschen werden wird, und in den Missionsbestrebungen unsrer Tage, die nur fanatische Intoleranz fiir Proselytenmacherei erklären kann, erkennen wir sie wieder. „Denn die Kirche und die Mission, die beiden ttennt niemand, ohne -Twas am Ende unmöglich ist — beide zu tödten." Aus dxm Vorstehenden ergiebt sich zur Genüge, mit welchem Rechte man neuerdings angefangen hat, von einer jüdischen Kirche zu reden. Der Name ist zwar alt. Ehemalshaben ihn auch christliche Theologen angewandt; sie hielten Kirche und Reich Gottes für rin und dasselbe, und wie man das Reich Gottes im alten Bunde von dem im neuen unterscheidet, so glaubten sie auch von einer alttestamentlichen Kirche reden zu dürfen. Aber die Gegenwart hat ihn in ganz andrem Sinne aufgebracht, wenn sie damit einen Sinn verbindet, wie man denn überhaupt auf dem religiösen Gebiete mit den Name» umgeht als mit gehaltlosen Münzen, weil die Begriffe derselben abhanden gekommen sind. Heut zu Tage nennt sich jede neue Gemeinschaft eine Kirche, und man wäre hinlänglich darauf vorbereitet, auch von einer muhamedamschen oder gar einer heidnischen Kirche reden zu hören. Der Grund dieser Erscheinung liegt wohl in einem Jeitirrthum, der dunkel ahnt, daß das Wahre, was ihm zum Grunde liegt, der Kirche Zesu Christi entlehnt ist. Das Christenthvm hat zuerst den Gedanken in die Welt eingeführt, daß die Böller der Erde zu Einer Heerde unter Einem Hirten berufen sind, und durch die *) Löhe a. a. L. p. 16.

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