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Dibre Emeth · 1847-10-01 · Heft 10 (Oktober 1847) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 10 (Oktober 1847)
Date
1847-10-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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168 wer Gott nicht gehorcht, wird immer der Menschen Knecht! — und hat es willig getragen. Und wie ein sehnsüchtiger Angstschrei nach Erlösung will es uns erscheinen, wenn wir hören, wie die Juden bis auf diesen Tag an der Stätte, wo die muhamedanische Härte fie dem alten Heiligthume nahen läßt, um den zerstörten Tempel, um die zerrissenen Mauern, um die geschwundne Herrlichkeit weinen. Man kann es nicht ohne das tiefste Mitleid lesen, wenn ein Reisender noch im vorigen Zahre „die Aeltesten der Tochter Zion mit ihren greisen Häuptern an der zerfallnen Mauer des Tempels im Staube liegen sah, deren strömendes Auge kaum die Klageüeder Zeremiä zu erkennen vermochte, die sie betend lasen." Es ist das schmerzliche Verlangen nach einer Befreiung, welches ihnen diese Thränen auspreßt. Diese unbedingte Herrschaft der talmudischen Form vollendete nun aber die Abgeschlossenheit des Volkes. Der Hochmuth, der mit Verachtung auf die „Gojim" (Heiden) herabblickte, fand in ihr stets neue Nahrung, und in denselben fleischlichen Messiaserwartungen, zu welchen der göttlich verehrte Talmud gesetzliche Berechtigung gab, stets neuen Grund. Darum hat denn auch die Synagoge ihre Anziehungskraft für die Heiden, die, wie wir sahen, einst in nicht geringer Anzahl sich ihr zugesellten, ganz und gar verloren. Denn der eigentliche Lebenshauch, der sie einst durchdrang, ist gänzlich von ihr gewichen. Die Pharisäer fanden sich schon in ihrem Nationalstolze dadurch geschmeichelt, daß Heiden den Eintritt in ihre Volksgemeinschaft begehrten, und es scheint ihnen darum ein Ehrenpunkt geworden zu sein, Proselyten zu werben. Darum ruft Christus: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, daß ihr einen Göttin f. 57. a. — merke mehr auf die Worte der Schristgelehrten denn auf die Worte des Gesetzes Mofls." „Die sich mit dem Studium der Bibel beschäftigen, thun etwas Verdienstliches, das aber doch nichts Verdienstliches ist; die Beschäftigung mit der Mischna ist lobsam und lohnbringend; diejenigen aber, die dem Talmudstudium (dem der Oemara) sich hingeben, haben das verdienstlichste Werk gechan." (Lada — Mezia 33, a.) „Wer der Schriftgelehrten Worte Übertritt, ist des Todes schuldig." (Earabin 21, b.) „Wer seine Tochter einem Weifen zur Frau giebt, oder für ihn ein Geschäft besorgt, oder demselben sonst etwas von seinen Gsttern spendet, dessen Verdienst ist so groß, als ob er sich mit der Majestät Gottes selbst verbinden und vereinigen möchte." (Gewbotb 111. b.)

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