Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1847)
- Date
- 1847-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ohne die bestimme, völlig abgegrenzte und in sich abgeschloßue Richtung, welche durch ihn dem B-lke bewahrt ward. Unbegreiflich bliebe sie aber immer, müßten wie nicht in der Erhaltung dieses Volkes das Walten der göttlichen Vorsehung erkennen, welche es dazu bestimmt hat, lautredendes Zeugniß für die Wahrhaftigkeit der Lm Gesetze Mosis und in den Propheten aufbewahrten göttlichen Drohungen und Verheißungen abzulegen, und so seinen Zeugendienst für Gott und seinen Gesalbten, wenn auch ohne es selbst zu wissen und zu wollen, fortzusetzen; wüßten wir nicht aus demselben Worte Gottes, daß dieses Volk noch seine Zukunft hat. (Rom. 11, 25.) Penn durch den Talmud hat sich eins Buchstabenknechtschaft herangebisdet, die Geist und Leben bis ins innerste Mark ertödten muß und ohne, gänzlichen Mangel an lebendigem Geiste nimmer zu dieser Ausdehnung hätte gelangen können. Zm Talmud ist jegliche Lebensregung und Lebensverrichtung unter eine gesetzliche Form gestellt. Da hat das Gebet an sich keinen Werth, sondern nur, insofern es ein bestimmtes ist und eine bestimmte Zahl Gebetsworte enthält; da ist jegliche Freiheit des Einzelnen gänzlich vernichtet, „so daß höchstens Lebensgefahr von der Beobachtung auch der kleinsten Vorschrift auf die Augenblicke der Gefahr und in möglichst geringem Maße befreien kann." „Vom ersten bis zum letzten Athemzuge steht alles unter der Herrschaft des Formgesetzes, ohne daß jedoch diesen Formen dabei an religiöser Beziehung und Inhalt mehr verblieb, als daß sie eben nur durch die gesetzliche Vorschrift religiös geworden."") Was kann man sich Drückenderes denken als diese Herrschaft der Form über den Geist? Israel hat dem über sich keine Gewalt verstattet, dessen Joch sanft und dessen Last leicht war; darum hat es die unvergleichlich schwere Last und das furchtbare Zoch seiner Schriftgelehrten auf fich nehmen müssen"") — denn *) So urtheilt Philipps»» „die Entwicklung der religiöse» Idee iwIudenchum, Christenthum und Islam " Leipzig 1847, p. 153 — ein Buch, auf welches wir nächstens in diesen Blättern zuruckkvmmen werde». °°) Damit man sich eine Vorstellung von diesem Joche mache, stellen wir üus den „Blättern für Israels Gegenwart und Zukunft" 1846. Septtwberhest p. 268. einiges zusammen. ,Mein Sohn! — so lautet ein Spruch im Ursel.