Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 8 (August 1847)
- Date
- 1847-08-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Schriftstellern fast sprüchwörtlich für einen hartnäckigen Wahn geworden ist. Kein Wunder, daß die Heiden auf die Fremdlinge in ihrer Mitte, welche den Götzendienst verabscheuten, aufmerksam wurden und so ebenfalls von dem etwas erfuhren, was Israel glaubte und hoffte. Auf diese Weise machte Israel der Kirche Christi Bahn, der es ohne diese Vorbereitung unmöglich gewesen wäre, in verhältnißmäßig so kurzer Zeit das römische Reich zu erobern. So ist also das babylonische Exil der .Wendepunkt in Israels Geschichte. Es ist seitdem in seine Missionsperiode getreten. Nun und eben dieser Periode gehört die Synagoge an. So hat sie denn also für die Entwickelung, des Reiches Gottes die Bedeutung, daß sie durch die Kunde des Gesetzes, welche sie verbreitete und dem Volke bewahrte, den festen Glaubensgrund an den Einen wahren Gott sicherte und zugleich das Mittel ward, wodurch auch die Heiden zur Erkenntniß dieses Gottes gelangen konnten. Denn ihrem Einflüsse ist zum großen Theile das Festhalten am väterlichen Glauben, welches die in Rede stehenden 500 Jahre auszeichnet, beizumessm; und für die Heiden ist sie auch nicht ohne Einwirkung geblieben. Der Zutritt zu den Versammlungen stand ihnen ja offen; als einst Paulus in der Stadt Antiochia predigen sollte, „versammelte sich fast die ganze Stadt das Wort Gottes zu hören." (Act. 13, 44.) Hier hörten sie das Gesetz und die Propheten lesen und wurden mit Israels Gott und Israels Hoffnungen bekannt. Dadurch ließe» sich nicht wenig zum Anschluß an das Zudcnthum bewegen, und das sind die gottesfürchtigen und frommen Zudengenossen, deren das N. T. nicht selten Erwähnung thut. Denn die Hinneigung der Heiden zum Zudenthume war in jenen Zeiten bedeutend. Die heidnischen Religionen hatten ihre innere Leerheit und ihre Ohnmacht, den wahren Bedürfnissen des Menschen zu genügen, so offen herausgcstellt, daß man ihnen theils mit Spott und Verachtung den Rücken kehrte, theils in den Gaukeleien ägyptischer und chaldäischer Betrüger einen Ersatz suchte. Denn Unglaube und Aberglaube *