Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 8 (August 1847)
- Date
- 1847-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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129 erdrücke. Sie, die Nachfolger Mosis, wurden dadurch zu Vorläufern Christi, der das Alte zu einem ewig Neuen verklärte. Und erinnern wir uns, daß die Entbehrung des Tempels und seines Gottesdienstes im Exile der Synagoge erst wahres Leben gab, als man statt der Opfer, das, was sie verkörpert» sollten, das Gebet anordnete und die Sabbathe durch eifrige Beschäftigung mit dem Worte Gottes feierte, so glauben wir nicht zu irren, wenn wir (mit Nitzsch. vgl. a. a. O. p. 305.) in der Synagoge einen in Gebet umgesetzten, in den Dienst am Worte übergetretenen und unter dieser Bedingung vervielfachten Tempeldienst, eine dem prophetischen Standpunkte entsprechende Gottesverehrung finden. Die Synagoge ist durchaus abhängig vom Tempel, an ihn lehnt ste sich an, nur das Geistige seiner Gottesdienste mehr hervorkchrend; ohne ihn verliert sie ihre Berechtigung, weit ihren Halt und ihren Mittelpunkt. Damit weist sie aber auch vorwärts auf eine Gestaltung der Gottesverehrung, welche wahrhaft im Geist und in der Wahrheit einen geistigen Halt und Mittelpunkt hat, ja sie bereitet sie recht eigentlich vor. Auf dem Alten ruhend leitet sie das Neue ein. Somit wird sie auch als recht eigentlich der Aufgabe entsprechend erscheineri, welche in jmer Zeit das Volk Israel hatte. Welches tvar diese? Die Erlösung und Befreiung des in die Sünde gefallenen Menschen ist das Ziel und Ende der Wege Gottes mit ihnen, ein Ziel, auf welches nicht minder die tief in ihrem Herzen wurzelnde Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott hinweist. Die Erziehung der Völker für die Erfüllung dieses Verlangens, die stufenweise Entfaltung des ersehnten Heils für sie bis zur vollendeten Erscheinung desselben in Christo Jesu, — „die Vorbereitung und Anbahnung des Heils" — das ist der Endzweck der Völkergeschichte vor Christus. Ihn zu verwirklichen, mußten Heiden und Juden beitragen; die Heiden — insofern sie alle Bahnen zu durchmeffen und alle Gebiete zu durchforschen hatten und keinen Weg unbetreten lassen durften, ob sich nicht irgendlvie und irgendwo der Schatz heben lasse,' nach dem in