Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 8 (August 1847)
- Date
- 1847-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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128 hens, vom babylonischen Exil bis zur Gründung der christlichen Kirche erfüllen sollte? Die Beantwortung dieser beiden Fragen wirb die Einsicht in ihre Stellung eröffnen. Der Tempel in Zerusalcm blieb nach wie vor die einzige Stätte, wo alle im Gesetz gebotene Cultusakte vorgenomme» wurden. Das Gebot der Einheit des Heiligthums ward durch die Synagogen nicht im Mindesten verletzt. Nur im Tempel wurden die Opfer dargebracht, nur hier wurden die Feste gefeiert, und man hielt mit noch größerer Strenge als je zuvor darauf, daß das Volk hier Jahr aus Zahr ein zu denselben sich versammelte. Der Tempeldienst wurde demnach durch die Synagoge nicht aufgehoben; eine Seite desselben wurde aber hervorgekehrt. Er wurde vergeistigt. Alle Cultushandlungm im Tempel haben ja nämlich eine geistige Bedeutung, sie sind der äußerliche Ausdruck für eine tief innerliche Sache. Die Anbetung Gottes im Tempel ist nur das Vorbild der Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit; jene ist die Schale, diese ist der Kern. Zm A. T. ist nun zwar häufig genug auf dm zu Grunde liegenden Kern auftnerksam gemacht, und es bleibt eine grobe Verirrung, wenn Bielen im Volke über der Schale der Kern entschwunden war. Diesem Zrrthume entgegen zu wirken, gehörte nun zum Berufe der Propheten; und von hier aus begreift man auch leicht ihre Polemik gegen den Opferkultus, welcher man aus eitlem Mißverstände eine Widersetzlichkeit gegen das Gesetz Mosis, an das sie doch streng gebunden waren, (5. Mos. 18, 18.) hat unterschieben wollm. Sie kämpfen nur gegen die Opfer und gegen das Festfeiern der Heuchler, welche äußerlich mit dem Leibe vor Gott erscheinen und darum die Vorhöfe des Tempels nicht betreten, sondern nur zertreten, (Zes. 1, 10—15.) welche sich Mit der Erfüllung der Form begnügen, aber im Herzen von Gott fern sind und sich mit Sünden aller Art befleckt haben. Jedes Opfer ohne die entsprechende Gesinnung ist eine steche Lüge. Darum spricht Gott: „Es ist mir unerträglich Bosheit und hohes Fest zusammen!" So hatten die Propheten die symbolische Hülle ein wenig gelüftet, damit sie nicht gar dm Geist