Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1847)
- Date
- 1847-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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schieden, daß er gerade zu sehr, beschäftigt wäre, als daß erwich vyrlassen konnte, würde sich aber freuen, mich morgen zu sehen. Am andern Tage jedoch verließ er schon mit Sonnenaufgang Zerusalem. Wenige Tage nachher erfuhr ich, daß.meine.Frau und mein Kind heimlich nach Rußland gebracht worden: seien. Meine Frau kam wohlbehalten daselbst an und nahm ihren Weg zunächst zu meinem Großvater, bei welchem sie mein Kind ließ, und/ reiste dann weiter nach ihrem Geburtsorte, um ihre Verwandten zu besuchen. Doch vergebens lehnten sich die Juden auf wider Gott; alle ihre Pläne wurden voreitelt, und ihre listigen Anschläge vernichtet. Es gelang ihnen, mich zu berauben und zu martern, aber es mißlang ihnen gänzlich die Bekehrung Meinet Frau zu verhindern. Sie hielten sie für gesichert, als sie sie jenseits des Meeres schickten, aber sie hatten dabei nicht an die Geschichte Zona's gedacht, von der sie hätten lernen können, daß man Gott nicht entfliehen kann. Er ist allgegenwärtig und thut seinen Willen auf mancherlei Weise. Zn Rußland fand meine Frau verschiedene Verwandte, die als Kaufleute mit Königsberg in Handelsverbindungen stehen, wo sie Gelegenheit haben von den Missionaren der Gesellschaft das reine Evangelium zu hören. Bei ihnen fand sie ganz andere Ansichten über's Christenchum. Sie tadelten ihr schlechtes Betragen gegen mich, nachdem ich Christ geworden war, und sprachen ihre eigene günstige Meinung gegen die christliche Religion aus. Sie zeigten ihr das hebräische N. T., das sie, ungeachtet der großen Schwierigkeit, Bücher nach Rußland einzuführen, mit sich aus Deutschland gebracht hatten, und hörten nicht auf, in sie zu dringen, daß sie wieder zu mir zurückkehren und zum Christenthume übertreten möchte. Zwei Zahre jedoch vergingen, ehe sie sich entschließen konnte, ihrem Rache zu folgen. Bor ungefähr drei Monaten kam sie wieder hier an und ging zunächst zu ihrer Schwester. Nachdem sie sich einige Tage ausgeruht und meinen gegenwärügen Aufentshaltsortausfindig gemacht hatte, kam sie zu mir und bekannte mir ihren Gemüthszustand und ihren Entschluß, zu mir zurück zu kehren. Bisher hatte sie es noch nicht vollkommen erfahren, welch? ein gräßliches System das sei, das den Namen Rabbinismus führt, und daß Christus keine Gemeinschaft hat mit Belial. Als sie im Begriff war Christum öffentlich als ihren Erlöser zu bekennen, und ich die Folgen davon voraus sah, so riech ich ihr, das Zhrige aus dem Hause ihrer Schwester zu entferne». Allein sie konnte sich gar nicht denken, daß die Schwester, welche sie so sehr liebte, ihr irgend etwas Leides thun könne, und ließ daher Alles in ihren Händen. Sie hatte gänzlich vergessen/ welch' eine