Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1847)
- Date
- 1847-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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V7 Ahnen getrertnt werden." Bergebeits berief ich mich aufs R. T. ' um darzuthun, daß sie meine Frau bleiben und doch Züdin sein könne. Mit großem Aerger fragte er: „Wo steht das geschrieben?" woraus ich ihn auf 1. Kor. 7. verwies. Er: „Das ist Herrn Nicolayfon's N. T. Sprechen Sie nichts mehr davon; so Etwas wird im N. T. nicht gefunden. Geben Sie Ihrer Frau augenblicklich den Scheidebrief, oder Sie müssen ins Gefängniß gehen und werden in einigen Tagen nach Rußland gesandt werden." Dann befahl er ihr, mir kein Wort mehr zu antworten, und den Schreibern gebot er, die Form des Scheidens zu beendigen. Darauf begann der Rabbi mich nach dem Gesetze zu fragen : „Giebst Du den Scheidebrief aus fteiem Willen und ohne Zwang?" Ich: „Ich werde ihn geben, weil es der Consul so haben will, aber Ihr wißt, daß es nicht meine Wahl ist". Die Juden bäten nun den Consul, mich zu zwingen, daß ich sage, ich gäbe ihn ohne Zwang. Er befahl mir daher, keine Schwierigkeit mehr zu machen, sondern den Juden zu antworten, wie sie es verlangtm. Ich werde mich von ihr scheiden, sagte ich, weil es Ihr Befehl ist, aber zu sagen, daß ich es aus freiem Willen thue, das kann ich nicht. Ich bin ei« Christ und kann nicht lügen. Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, so wurde ich auch ins Gefängniß abgeführt; ich' wurde in einen schmutzigen, finstern, verfallenen Stall eingesperrt. Ich tappte umher nach einem Plätzchen, wo ich mich niedersrtzen könnte, aber vergebens. Verschiedene Freunde brachten mir einige Erfrischungen, aber es wurde ihnen nicht erlaubt, sich dem Stalle zu nähern. Des Consuls Zanitschar kam einmal zu sehen, ob ich nicht entflohen sei, denn der Stall hatte eine Thür, die ich leicht mit einem einzigen Stoße Hätte erbrechen können. Ihm bot ich 5 Piaster für ein Glas Wasser, aber weder Brot noch Wasser durfte mir gereicht werden. Zn dieser jämmerlichen Lage mußte ich beinahe einen ganzen Tag zubringen. Kurz vor Sonnenuntergang begaben sich Herr Nicolayson und vr. Nkacgowan zu dem Consul, um sich bei ihm für mich zu verwenden. Er ließ mich aus dem