Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1847)
- Date
- 1847-06-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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96 dH-chh mich von memW Frau scheiden ließe. Er ließ mich rufM: Ich bat ihn um die Erlaukniß,. daß ich mit Hr zuvor einige Mal zusammen kommen dürft, damit ich ihr meine Gründe auseinander setzen könnte, die mich bewogm hätten, zum Christen-, chvme übcrzutreten, m der Hoffnung, daß sie sich entschließen wurde, bei mir zu bleiben. Er versprach mir, meMer Frau zu befehlen, daß sie 15 Tage hindurch täglich eine Stunde zu mir kommen und sich mit mir unterreden solle. Demgemäß kam sie ein Mal zu mir, umgeben von vielen Juden, welche vorher ihr Grmüth mit den schändlichsten Borurtheilen gegen das Christenthum erfüllt hatten. Sobald ich anfing, sie darüber zu belehren^ was wahres Christenthum sei, fingen ihre Hüter an zu schreien : „Sie sind ein Lügner, Sie sind ein Abtrünniger, —hinwegmit Ihrem Tholui" (Gehängten). Sie bat mich wiederholt, doch zurüchukehren und Jude zu bleiben, wollte aber nicht ein Wort vom Christenthume hören. Dies war das erste und letzte Mal, daß sie zu mir kam, Nachdem die 15 Tage vorüber waren, kamen neue Leiden. Früh am folgenden Tage ließ mich der Konsul rufen und sagte zu mir: „Die Zeit, die ich Zhnm bewilligt habe, ist nun versioffeu und da Zhnm Ihre Frau nicht folgen will, so müssen Sie sich nun von ihr scheiden lassen." Sie und die Rabbinen und Schreiber wurden nun sogleich gerufen und fingen an dm Scheidebrief zu schreibm. Ich sing in Gegenwart des Consuls noch einmal an mit ihr zu sprechen und versicherte sie, daß, wenn sie bei mir bleiben wolle, sie als Jüdin leben könne. Sie war sehr bekümmert und wußte nicht, was sie antworten sollte. Sie erinnerte sich der glücklichen Jahre, die sie mit mir verlebt hatte, und es wurde ihr außerordentlich schwer, sich nun von mir zu trennen, konnte sich aber doch nicht entschließen, mit einem Christm zusammen zu leben, da sie schon den Ramm „Christ" von ganzem Herzen verabscheute. Der Consul machte ihrem Schwanken, damit ein Ende, daß er sagte: „Nein Sie sind ein Christ und können daher keine Jüdin zur Frau haben. Dies kann ich nicht erlauben, sie muß entweder mit Ihnen getauft, oder von