Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1847)
- Date
- 1847-06-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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95 stationirt. Doch wirwollen ihn allein erzählen lassen; er schreibt unterm 5. Dezember 1846 von Zerusalem: „Die Leser be$ Jewish Intelligence wurden vor ungefähr 5 Zähren mit einigen Prüfungen bekannt gemacht, die mich damals trafen, wie ich gezwungen wurde, mich von meiner Fra« scheiden zu lassen, und meines einzigen Kindes und Alles dessen, was ich hatte, beraubt wurde. Seitdem habe ich nun die Güte und Barmherzigkeit Gottes in reichem Maaße au mir erfahren; er hat mich nicht verlassen noch versäumt; obschon ich gar oft „allenthalben Trübsal hatte, so ängstete ich mich doch nicht, obschon mir bange war, verzagte ich nicht, obschon ich Verfolgung litt, so wurde ich nicht verlassen." Diese seine Gnade ist es, mit der ich Sie nun ausführlicher bekannt machen will. Bor ungefähr 6 Zähren faßte ich den Entschluß, frei und offen meine Ueberzeugung von der Wahrheit, wie sie sich in Zrsu geoffenbaret hat, zu bekennen, aber ich hatte noch nicht Much und Kraft genug, um seinetwillen auch Alles, was mir lieb und cheuer war, zu verlassen. Daher ließ ich noch ein Zahr verstreichen, um auch meine Frau von der Wahrheit zu überzeugen; allein alle meine Bemühungen waren vergeblich. Sie wollte nicht einmal den Namen Christi hören, und indem ich befürchtete, daß sie mich den Zuden verrachen möchte, so verließ ich diesen Weg und sing an demüthig um göttlichen Beistand und Much zu bete» zur Vollendung des guten Werkes, das Er in mir angefangen hatte, und ich hatte noch die Hoffnung, daß ich auch, nachdem ich dem Judenthume entsagt haben würde, noch frei mit ihr würde sprechen können. Dadurch wurde ich ermuchigt, meinen Glauben an Christum offen zu bekennen. Zu meinem großen Erstaunen aber sähe ich mich in meiner Hoffnung getäuscht; ich wurde genöthigt mein Haus in dem Zudenviertel zu verlassen, und es wurde mir nicht mehr gestatte^ meine Frau und mein Kind zu sehen. Ungefähr 3 Zahr später machte der Russische General-Consul von B. eine Pilgrimsreise hieher nach Zerusalem, wo sich die Zuden mit der Bitte an ihn wandten, mich zu zwingen. t