Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1847)
- Date
- 1847-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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80 und ein sehr gelehrter Kenner der jüdischen Literatur ist, führt? nicht zu einem tiefer eingehenden Gespräche. — Sonnabend den 24sten. Vorm, war mit dem Oberlehrer zugleich der zweite Lehrer bei uns. Nach dem Weggehen des Ersteren trat ein jüdischer Kaufmann hinzu. Mit diesem sprachen wir besonders von der Tiefe des menschlichen Verderbens und von dem alleinigen Heilmittel durch die Versöhnung Christi, der uns auch den heiligen Geist schenkt. Es machte uns nicht geringe Freude, daß, da er sich nicht wollte der Sünde schuldig geben, der Lehrer mit großem Ernste für die tiefe Verderblichkeit des Menschen Zeugniß ablegte. Gegen die Behauptung des Kaufmanns: „Wenn nur der Mensch sich recht ernstlich Mühe giebt, wird es schon besser mit ihm werden" — verwies ich auf des Apostel Paulus Erfahrung Römer 7. — Er äußerte auch: „Ich würde Christum nicht haben mit zum Tode verdammen helfen. Zetzt findet das Christenthum nicht mehr den Widerstand, wie ftüher. Es ist schon der Vernunft näher gebracht und mehr einleuchtend." Dagegen las ich ihm 1. Cor. 1, 18.;c. über die Aufnahme, die das Wort vom Kreuze allezeit findet. — Dann trug er noch eine überdies falsch aufgefaßte Auslegung des Aben ESra über Zes. 53. vor.— Bei ihm herrschte große Verwirrung in den Gedanken. Sehr lieb aber hatten wir den zweiten Lehrer gewonnen, um seines ruhigen ernsten Wesens willen. Von seiner Gesinnung eine Probe: „Es ist gewiß eine große Gnade, recht gläubig zu sein; darin ist sicherlich Ruhe und Frieden. Um aber recht gläubig zu werden, dazu scheint es mir nöthig, sich ganz in die Schrift hineinzuleben durch flDiges Studium, sich ganz hineinzuversenken." Es wurde zur nähern Erläuterung von uns noch hinzugefügt, daß auch Gebet nöthig sei und Hingabe an den Geist Gottes, der in der Schrift lebt. — Am Nachmit. predigte ich vor mehr als- 200 Zuden, die Kinder nicht mitgerechnet. Besuche aber erhielten wir nicht. Während ich zu Hause wartete, begaben sich meine College« in