Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1847)
- Date
- 1847-05-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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eine überaus seltene Erscheinung.— Sein Wesen erschien um so liebenswürdiger durch den Gegensatz gegen 2 steife, hochmüthige Thalmudisten, die uns am Freitag früh (den 23sten) kurz vor unsrer Abreise besuchten. Der eine konnte sich nicht enchalten zu höhnen, so daß selbst sein Gefährte damit unzufrieden war. Obwohl auch diesen der Hochmuth so sehr plagte, daß er es mir nicht wenig aufrückte, als ich einmal, Zes. 5, 21.: „Wehe denen, die bei sich selbst weise sind, und halten sich selbst für klug," im Ebr. aus dem Gedächtniß anführend, einen Fehler machte. Bloß rillige Worte des Ersteren, die er leidenschaftlich und lärmend ausstieß, möge als Zeugniß, welch' ein Geist ihn beseelte, hier stehen: „Nur ein dummer, ungebildeter Zude kann ein Christ werden; jeder andre thut's aus Rücksicht auf BortheUe. — Unsre Thalmudisten sagen: „Unsre Väter haben Unrecht daran gethan, daß sie Zesum gekreuzigt haben; dadurch ist er erst zu einem berühmten Manne geworden. Hätten sie ihn laufen lassen, so würde heute Niemand mehr seiner gedenken." — Ein Satz des Andern, (der im ersten Punkte mit seinem Freunde ganz einig war) lautete: „Unsre Thalmudisten sagen: Wer schon einmal Treisches gegessen hat. also weiß, wie gut es schmeckt, und dann doch aus Ueberzeugung Zude bleibt, der hat mehr Verdienst, als ein andrer, der diese Erfahrung nicht gemacht hat. — — Für die, welche ihre Sünde erkennen, ist die NQL'N (Buße) genug zur Tilgung der Schuld; für die Andern aber ist das Sühnopfer des Messias." (Ich hatte nrhmlich auf Zes. 53. hingewiesen.) — Leute ihres Gleichen, Zuden von solcher Gehässigkeit und tobeilden Heftigkeit, waren uns auf der ganzen Reise nicht begegnet. — Zn der I lten Stunde trafen wir in ... . ein. Die jüdische Gemeinde zählt etwa 400 Familien. — Der evangelische Prediger kam H. mit der Frage entgegen, ob er nicht dies Mal predigen würde. H. übertrug es mir. — Unser darauf folgender Besuch bei dem jüdischen Oberlehrer, der vor einer Reihe von Zähren mit Miss. W. in R. in genauem Verkehr gestanden hat,