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Dibre Emeth · 1847-05-01 · Heft 5 (Mai 1847) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 5 (Mai 1847)
Date
1847-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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72 ein so hoher König von seinen Unterthanen auch Hohes fordere, wahre Gerechtigkeit. Das hier nur kurz Berührte, entwickelt er ausführlicher in Psalm 15., in welchem er recht geflissentlich darauf ausgeht, den Heuchlern, welche meinten, durch den Besitz von Aeußerlichkeiten und die Beobachtung von Ceremonien, der Gnade Gottes sicher zu sein, das sanfte Ruhekissen zu zerstören. Weil nun hier auch kein Wörtchen von Opfer zu finden ist, läge da nicht die Bermuthung nahe, David schätze die Opfer gering, unh halte sie für überflüssig oder vielmehr verderblich? Ein Blick aber auf die Geschichte der oben erwähnten Feierlichkeit selbst zeigt uns einen andern Anblick; 2. Sam. 6, 17. heißt es: „Da sie aber die Lade des Herrn hineinbrachten, stelleien sie dieselbe an ihren Ort mitten in der Hütte, die David für sie hatte aufschlagen lassen. Und David opferte Brandopfer und Dankopfer vor dem Herrn."—Zn David's Geiste hat auch Assaph, wahrscheinlich jener Zeitgenosse und Sangmeister David's, den Psalm 50. gedichtet. Warum hier in B. 8 —13. die Opfer verschmäht werden, findet seine deutliche Erklärung in B. 16—22.: „Zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigest du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund, so du doch Zucht hassest, und wirfst meine Worte hinter dich?" u. s. w. Das war eben die Gottlosigkeit, die schwere Versündigung gegen Gott, zu glauben, Gott könne mit dem Fleische der Stiere und mit dem Blute der Böcke abgespeist werden, auf die Gesinnung aber und den Wandel des Menschen achte er nicht. — Nach dem Bisherigen nun brauche ich wohl I. Sam. 15, 22. nur aus der Geschichte zu erläutern. Saul hatte sich von dem göttlichen Befehle zur Ausführung so viel ausgewählt, als ihm beliebte, glaubte aber durch Opferung des Besten unter den erbeuteten Thieren nicht bloß das unterlassene Stück zu ersetzen, sondern sogar ein überflüssiges gutes Werk zu thun, das ihm Gott um so höher anrechnen müsse, weil es freiwillig gethan werde. Dadurch tritt Samuel's Antwort in das genügende Licht. Wie Samuel selbst aber handelte, lernen wir, um nur dies zu nennen, aus 1. Sam. 7, 8. 9. Wie wäre vollends der Befehl Gottes an ihm 1. Sam.

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