Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1847)
- Date
- 1847-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554570-2554576--00547-2556339- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
71 keinen Gefallen an euch, spricht der Herr, und das Speisopfer von euren Händen ist mir nicht angenehm." Warum Gott ihr Opfer verwirft ist gleich im Voraus begründet: die Personen gefallen ihm nicht wegen ihrer Gottlosigkeit.— Weil (Kap. 2, 11. je.) „Zuda treulos gehandelt hat, und Gräuel geschehen ist in Israel und Jerusalem; denn Zuda hat entweihet des Herrn Heiligthum, das er liebet, und gerhlicht Töchter fremder Götter," und weil „sie mit Thränen" (die Thränen der rechtmäßigen Ehefrauen, die um der heidnischen Weiber willen verstoßen werden) „des Herrn Altar bedecken mit Weinen und Gestöhn', darum blicket er nicht mehr auf die Opfer." Uebersehen sie nicht das „nicht mehr" (NHION btt mJS 1 TV pXD). Also nur die hartnäckige Sündenliebe und Unbußfertigkeit der Opfernden macht die nach dem Gesetz dargebrachten Opfer zu einem Gräuel in Gottes Augen. Dcßhalb, wenn (Kap. 3.) der Engel des Bundes die Kinder des Bundes wie das Gold und Silber läutem und reinigen wird, so „werden sie dem Herrn Opfer bringen in Gerechtigkeit; dann ist dem Herrn wohlgefällig das Opfer Zuda's und Jerusalem's, wie in den Tagen desAlterthums und wie in den Zähren der Vorzeit." > So ist also der Propheten einstimmiges Zeugniß darauf gerichtet, alles falsche Vertrauen auf die Opfer und alle übrigen gottesdienstlichen Ordnungen als äußere Werke gründlich niederzureißen, dagegen die wahre, Gott wohlgefällige Art, diese Handlung zu verrichten, in's helle Licht zu stellen. Mit den Propheten stehen die Psalmen im schönsten Einklänge. Als David die Bundeslade auf den Berg Zion versetzte, (2. Sam. 6.) konnte in gar vielen Herzen der Wahn entstehen oder bestärkt werden, daß es nun den Mitgliedern des Bundesvolkes nicht fehlen könne, weil das Hkiligthum unter ihnen sei, der Herr in ihrer Mitte wohne. Um diesem verderblichen Zrrthum kräftig entgegen zu wirken, verfaßte er höchst wahrscheinlich Psalm 24., der beim Einzuge der Lade gesungen wurde, und Psalm 15. Zn jenem weist er V. 1 —5. darauf hin, daß es mit der bloß äußeren Gemeinschaft mit dem großen Gott, dem Herrn der Erde, nicht abgethan sei, daß 6 *