Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1847-04-01 · Heft 4 (April 1847) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 4 (April 1847)
Date
1847-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554570-2554575--00541-2556332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 einander von dem rechten Studium des Gesetzes, von der Liebe zur Offenbarung Gottes, wie sie in Ps. 119. ausgedrückt ist. Seinen Aeußerungen nach, deren Redlichkeit zu bezweifeln ich keine Ursache habe, war er orthodox, hielt fest an der Offenbarung Gottes, und erkannte, daß die Reformer das Zudenthum destruiren. — Er hoffte einen Messias, der das Volk Israel in's Land Kanaan zurückführen werde, erkannte auch die Versöhnung durch den Messias an; aber in des Philippus freudigen Ausruf: „Wir haben den gefunden, von dem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben" — konnte er nicht einstimmen.— Meiner aus Hagg. 2. aufgestellten Frage: „Wodurch ist die Ehre des zweiten Tempels größer geworden, als die des ersten war?" — wollte er ausweichen, auf demselben Wege, wie jener Kaufmann in., weßwegen ich auch ihn an den geschichtlichen Zusammenhang der Weissagung bei Hagg. mit Hinblick auf dm Bericht bei Esra 3, 12. 13. erinnern mußte. Dadurch gedrängt, suchte er die Ausflucht: „Gott habe sein Wort nicht erfüllt, um der Sünde des Volks willen. Dies hätten auch schon die Weisen, die Thalmudisten, vorausgeschen, und seien darum nicht aus Babylon nach Palästina zurückgekehrt." Die Antwort lautete: 1) Bon einem Widerrufe der Weissagungen steht nirgend etwas geschrieben. 2) Das Zurückbleiben der Weism ist nicht zu rechtfertigen. Gott hat seine Mühe an's Volk ununterbrochen gewandt, trotz dem, daß er wußte, die Mehrzahl werde nicht hören. Vergl. besonders Hesek. 2. — Bei gleicher Gesinnung, wie die Thalmudisten gehabt hätten, dürften wir uns auch nicht um Israel bemühen, weil es ja doch handgreiflich sei, daß die Mehrzahl widMrebe. — Bocher: „Wenn Sie behaupten, Mosi und den Propheten zu glauben, warum halten Sie denn seine Gebote nicht?" Ich antwortete wie schon früher einmal (s. oben) aus Zerem. 3, 16. 17. — Bocher: Unsre Thalmudisten sagen: „„wenn der Messias kommen wird, so werden entweder alle ganz gottlos sein, oder ganz fromm."" Zn jener Weissagung steht nur geschrieben, „daß eine Zeit kommen wird, wo die Gottlosigkeit so hoch gestiegen ist, daß man selbst der BundeSlade vergessen wird." — So viel ich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.