Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 4 (April 1847)
- Date
- 1847-04-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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65 wolle, und daß er, wenn er nicht sei, wofür er sich ausgebe, auch nicht ferner Achtung verdiene, sondern nur den Namen eines Schwärmers oder Betrügers. — Dann gingen wir auf einige Stellen über Jflaleach Adonai (Engel des Herrn) ein (Exod. 23, 20.21. Kap. 32, 34. Kap. 33. — Genes. 31, 11. 13.) Bei der ersten Stelle wollte er durchaus nicht zugeben, daß das Hnp2 '»OV („mein Name ist in ihm") in keinem Falle auf ein geschaffenes Wesen anwendbar sei. — Als sich nun das Gespräch auf die Noihwendigkeit einer Versöhnung wandte, verschmähete auch er den bekannten Einwurf nicht, daß man ja, wenn Christus die Sünden trage, getrost sündigen könne. „Ich will meine Sünden keinem Fremden aufbürden," damit schloß er. — Der erste Lehrer der evangel. Schule, mit dem wir beide noch gegen Abend einen Spaziergang unternahmen, zeigte viel Theilnahme für Judenmission. Aus seinem Munde vernahm ich ebenfalls — nun zum dritten Male — die Klage: daß die Missionare um ihrer geringen Zahl willen so seilen an einen Ort kommen könnten; daß die Geistlichen gewöhnlich nichts für die Juden thäten, oft sogar das wieder niederriffen, was jene etwa aufgebaut hätten. — Abends erhielten wir einen zweiten Besuch von dem Kaufmann. — Von der Nothwendigkeit einer Versöhnung handelte unsere Unterhaltung. „Holste Gott so racheschnaubend sein, daß er nur durch Blut versöhnt werden könnte?" war sein Einwurf. Bon uns als gebornen Christen wundre es ihn nicht, daß wir uns allmälig in diese Ideen hineingearbeitet hätten; aber einem andern verständigen Menschen sei dergleichen nicht zuzumuthen. — Es wurde Jes. 53. hervorgehoben, urM die alttestamentliche Grundlage der Lehre nachzuweisen. Darauf las ich ihm 1. Cor. 1, 18. bis zu Ende, und Kap. 2. vor, um ihm zu zeigen, daß das Wort vom Kreuze nichts anders, als eine „ihörichte Predigt" sein wolle, und keinen Anspruch darauf mache, den „verständigen" Leuten einzuleuchten. Sonnabend den 17ten. — Vormittags kam ein Bocher, der bei dem dortigen Rabbi studirt, zu uns. Wir redeten mit