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Dibre Emeth · 1847-04-01 · Heft 4 (April 1847) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 4 (April 1847)
Date
1847-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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58 Stehlen und Ehebrechen! Gewaltthat üben sie, und Blutschuld reihet sich an Blutschuld." (Kap. 4, 1. 2.) — Zoel sieht „den großen und sehr furchtbaren Tag des Herrn" herannahen; er ermahnt das Volk, dieweil es noch Zeit sei, das Unheil abzuwenden. „Stoßt in die Posaune zu Zion, Heiliget ein Fasten, ruft eine Festversammlung aus! Lasset die Priester, des Herrn Diener, weinen zwischen der Halle und dem Altar, und sagen: Herr, schone deines Volkes. (Kap. 2, ist. 17.) Aber wird solch Fasten und solche Festversammlung nicht vergeblich oder vielmehr dem Herrn ein Gräuel sein? Lernen wir das nicht aus Zesaias? Sicherlich nicht; denn was für ein Fasten und was, für eine Festversammlung der Prophet Zoel empfiehlt als Rettungsmittel, darüber läßt er uns nicht im Ungewissen. V. 12. 13. steht: „Auch jetzt noch, spricht der Herr, bekehret euch zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten und Weinen und Klagen. Zerreißet.eure Herzen und nicht eure Kleider, und bekehret euch zu dem Herrn, euerm Gott." Da liegt das Geheimniß unverhüllt vor uns, da ist der Sinn der äußern Handlungen gedeutet. — Bei Amos (Kap. 5.) verbirgt Gott sein Angesicht im Zorn: „Zch bin euern Feiertagen gram und verachte sie, und mag uicht riechen in eure Versammlungen. Und ob ihr mir gleich Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran; so mag ich auch eure Dankopfer nicht ansehen. Thue nur weg von mir das Geplerr deiner Lieder; ich mag dein Psalterspiel nicht hören." Doch die Ursache eines solchen strengen Unheils ist gleich angehängt: „Es soll das Recht geoffenbaret werden wie Wasser, und die Gerechtigkeit wie ein starker Strom." Das Volk hatte durch seine vielen Frevel und zahlreichen Sünden (V. 12.) die Gerechtigkeit seines Gottes herausgefordert, die wiederholten Züchtigungen waren spurlos an ihm abgeprallt, weshalb in Kap. 4. der Schluß: „Noch bekehretet zhr euch nicht zu mir, spricht der Herr" fünf Mal wiederkehrt. Ist das nicht Zeugniß genug, daß alle jene Opfer und Gebete und Gottesdienste Lüge und Heuchelei waren? Wir wissen aber, daß Lügen und Heuchelei zu den Dingen gehören, die der hei-

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