Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 3 (März 1847)
- Date
- 1847-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Sie von Herzen an Einen Gott glaubend" küßte ihn und drückte ihm. und auch mir herzlich die Hand. Es war ihm die Ueberzeugung, daß seine Gemeineglieder nicht am Alten sesthielten, sondern ttef in den ärgsten Unglauben verstrickt waren, unabweislich aufgedrängt «orden; er hatte dem Missionar mehrmals gegen seine Pfleglinge Recht geben müssen. — Der Lehrer, den wir bet unserm zweimaligen Besuche nicht zu Hause trafen, kam Nachmittags mit dem jungen Manne zu uns. H. beschäftigte sich mit ihm, ich wieder mit meinem Gegner vom Vormittage, dessen Zutraulichkeit bei aller Heftigkeit ich jedoch rühmen muß. Zum Theil wurden wieder dieselben Gegenstände behandelt. Einen neuen Punkt bot die später immer wieder aufgeworfene Behauptung: Kein Jude kann ausUeberzeugung Christ werden. — Antwort: Glauben Sie, daß ich meinen christlichen Glauben, (hier nahm ich Gelegenheit, ihm den ganzen 2ten Artikel sammt Erklärung mit Ernst herzusagen) von Herzen bekenne? Ist dieser Glaube aber Wahrheit, so müssen doch auch Juden dazu gelangen können, ihn als den rechten zu erkennen. Nach einer langen Unterredung verließen uns beide, waren aber gegen 6 Uhr mit mehrern andem schon wieder bei uns. Allmählig füllte sich die Stube, zum Theil waren es die schon vom Vormittage her bekannten Leute. Ungefähr 15 Juden mochten anwesend sein. Zeder von uns dreien redete mit einer Abkheilung, die öfters wechselte. Denen, an die ich mich wandte, hielt ich besonders das Bekenntniß Christi vor dem hohen Rathe vor. Einer legte viel Gewicht auf seine Antwort: „Christus sagt ja selbst: „„Du sagst es"", also will er nicht für Gottes Sohn im besonderen Sinne gehalten sein. Gottes Kinder sind wir alle." Ich suchte ihm bemerklich zu machen, wie unverständig diese Auslegung im Zusammenhänge sei. Um zu erfahren, ob Christus sich für einen Sohn Gottes im allgemeinen Sinne halte, dazu hätte der Hohepriester nicht erst eine solche feierliche Beschwörung nöthig gehabt; ferner passe dazu nicht der nachherige Ausdruck: „Er hat Gott gelästert" und die darauf folgende Berurtheilung zum Tode. — Nach Vorlesung von Johannes 5, 45 — 47 wiederholte ich