Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 3 (März 1847)
- Date
- 1847-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 jeden Ehasid die höchste Zustanz, und alle folgen der Entscheidung dieser vergötterten Person. Unter den Chasidim besteht eine brüderliche Gleichheit; der Arme, der Reiche, der Zunge, der Alte, der Weise, der Narr, der Tapfere, der Feige stehen alle auf gleicher Stufe und bettachten einander als seines Gleichen. Nach dem Tode des Zadik werden seine Kleider zu sehr hohen Preisen verkauft, denn man betrachtet sie als wirksame Mittel zur Erlangung von Vergebung der Sünden und als Schutzmittel gegen die Anläufe, des Satans. Das Grab des Zadik wird als ein Heiligthum angesehen, und Haufen von Pilgrimmen wallfahrten zu demselben, um daselbst zu beten. Ueber dem Grab wird ein kleines Mausoleum errichtet, zu dem der Schlüssel von der Wittwe oder den Erben des Verstorbenen verwahrt wird; und wenn Zemand wünscht in dasselbe hineinzugehen, so muß er für diese Begünstigung bezahlen. Solche Grabmäler sind zu Sloezow, Sulsziver, Lizezik und Romanow. Die Ehasidim behaupten, daß jeder Zsraelit zwei Seelen hat, eine böse, die in einem Gefäß an der linken Seite des Herzens eingeschloffen ist, und eine gute, die ihren Sitz im Gehirn hat; beide kämpfen mit einander auf das furchtbarste, und man muß ernstlich beten, daß die gute Seele stets den Sieg erringen möge. Bon einem der Zadikim sagt man, daß er seiner Seele solche Vollkommenheit erwarb, daß sie in den Himmel versetzt wurde, wo sie eine Zusammenkunft mit dem Messias hatte und ihn ftagte, wenn er auf diese Erde hernieder kommen werde. Er, der Zadik, erhielt zur Antwort, er werde dann kommen, wenn die ganze Welt der Kabbala folgen würde, so wie er es, der Zadik, getha» hätte. Die Ehasidim glauben ferner, daß der Grund der Religion in einer Wiedervereinigung mit Gott besteht, und daß die Seele ein Ausfluß aus der Gottheit ist. Sie meinen daher, daß der Mensch darnach streben müsse, sich dadurch mit de? höchsten Quelle der Erkenntniß zu vereinigen, daß er eine vollkommene Harmonie zwischen dem äußern Menschen und der Seele herzustellen suche. Dies