Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 3 (März 1847)
- Date
- 1847-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3 b welcher dir Fürbitte des Zadik nachsuchte. Da der Satan aus Eifersucht den Gebeten de- Zadik Schlingen legt, um zu verhindern, daß sie Gott erreichen, so bedient sich der Zadik oft einer List, um den Satan zu täuschen. Er richtet z. B. sein Gebet nicht wie gewöhnlich direct an Gott, sondern unterhält sich mit irgend Jemand und verpflicht sein Gebet dermaßen in die Unterhaltung, daß der Satan seine wahre Absicht nicht merkt. Jeden Sabbath Abend versammeln sich die Anhänger des Zadik um ihn. Bei diesen Gelegenheiten bedient man sich des Methkruges und der Branntweinfiasche als Mittel, göttliche Begeisterung in sich hervorzurufen. Diese Versammlungen dauern gewöhnlich bis Mitternacht; mystische Lieder werden gesungen, und der Zadik erklärt einige Stellen aus der Bibel. Die Chasidim glauben, daß das Wort der Bibel nur eine Art Hülle ist, unter der eine mystische Meinung verborgen liegt, die das Wesen der Schrift ist und zu deren Berständniß Gott dem Zadik den Schlüssel gegeben hat. Zm Monat Tischri findet bei dem Zadik jährlich eine General - Bersammluug der Chasidim statt, wobei ein jeder eifrig bemüht , ist, ihm einen Dienst zu erweisen, wie zum Beispiel ihm seine Pfeife anzustecken re. Während der Festtage macht der Zadik den Vorsänger, und es ist die Pflicht eines jeden Chasid, während des GebetS zu schreien, mit großem Lärm in die Hände zu klatschen, gegen die Mauern zu schlagen, zu springen und alle Arten konvulsivischer Bewegungen mit seinem Körper zu machen. Wenn ein Chasid seiner Grimassen wegen verhöhnt wird, so muß er dm Spott mit Geduld trage», weil er den Befehl des Zadik vollzieht. Ueberdies macht der Zadik jedes Zahr eine Rundreise durch seinen Sprengel, wobei ihnen die Chasidim in großen Haufen begleitm und um seinen Wagen herum versammelt Lieder fingen; sie bilden seine Leibwache, die vor den Eingang seiner Wohnung Wachposten stellen, mit denen, die ihn zu sehen kommen, sich unterhalten und die Geschenke in Empfang nehmm, die ihm gebracht werden. Während dieser Rundreise wird jede Streitsache vor ihn zur Entscheidung gebracht, denn er ist für