Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1847)
- Date
- 1847-02-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2554541-2554570-2554573--00501-2556290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 alt, und hat ihre Einnahme bisher noch in keinem Zahre bis auf 30800 Pfd. Sterlinge, ungefähr 200000 Rthlr., gebracht, während andere Missionsgesellschaften bereits ihr fünfzigjähriges Jubiläum gefeiert haben, oder nahe daran sind, es zu feiern, und eine jährliche Einnahme von beinahe oder mehr als 100060Pfd.Sterlingcn haben. Bon den 700000 Pfd. Sterlingen, also beinahe 5000000 Rthlr., die von den verschiedenen Missionsgesellschaften und andern christlichen Vereinen in England jährlich ungefähr vereinnahmt und zur Berbreitung des Evangeliums unter Christen, Zuden, Türken und Heiden verausgabt werden, kommen auf die Zudenmission noch nicht 30000. Und Herr Di-. Meyer sagt uns, daß die Hauptthätigkeit der Missionsgesellschasten der Zudenmission gewidmet sei! Welch' eine unglaubliche Unkenntniß und Unwissenheit der Sachlage! Fast möchte man auf den Gedanken kommen, der ganze Zeitungsartikel des Herrn Dr. Meyer sei aus einer recht boshaften Feder geflossen. Doch ein solches Urcheil wollen wir nicht über den Mann fällen, sondern alles nur auf Kosten seiner Unkenntniß mit der Sache setzen, die freilich eine selbst verschuldete, und darum um so verwerflicher ist, als sich darin die größte Feindschaft und Intoleranz nicht nur gegen die Missionsgesellschaften, sondern überhaupt gegen das Christenthum ausspricht. Und dabei wirst sich der Mann noch zum Anwalt der Religionsfreiheit auf und wagt von Toleranz zu reden! Damit aber bestätigt er nur unsere Behauptung, daß oft grade diejenigen, welche das Wort Toleranz beständig im Munde führen, die intolerantesten Menschen sind, sobald man nicht ihrem Unglauben huldigt. Wir müssen dies noch mit Wenigem an dem Beispiele des Herrn Dr. M eyer zu beweisen suchen, damit wir nicht ungerecht erscheinen. Herr Dr. Meyer fordert die Landstände auf, bei der Staatsregierung den Antrag zu stellen, daß die Missionsgesellschaftcn, oder wenigstens das Institut der Zudenmission aufgehoben werde. Er will also, daß wenigstens Eine religiöse Gesellschaft'nicht tolerirt werde, das ist so klar, wie zwei mal zwei vier ist. Da nun aber die Zudenmission, wie wir nachgewiesen haben, und