Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1847)
- Date
- 1847-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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24 setzen müssen, weil sich wohl Niemand erinnern wird, so etwas jemals gelesen zu haben, und sich auch nicht wird denken können, daß dem Staate ein solcher offen ausgesprochener Grundsatz und solches Treiben der Missionare bisher unbekannt geblieben sein sollte, oder wohl gar, daß der Staat einem Institute mit solchem Grundsätze und solcher Thätigkeit die Autorisation ertheilen und es unterstützen sollte. Dieser Zweifel muß sich aber bis zur Gewißheit steigern, wenn Herr vr. Meyer eine völlige Unkenntniß, sowohl mit der Wirksamkeit der Missionare, als auch mit der Missionsgeschichte überhaupt, an den Tag legt. Die Missionare sind nie anders zu den Juden gegangen, als mit der Bibel in der Hand, und haben auch nie andere Mittel angewandt, die Juden von der Wahrheit des Christenthums zu überzeugen, als die Bibel; das wenigstens werden alle Juden bestätigen müssen, welche jemals von Missionaren besucht worden sind, oder welche diese in ihren Wohnungen aufgesucht haben. Auch hat kein Missionar Ursache, sich vor der großen Kenntniß und dem sorgsamen Studium der Bibel von Seiten der Zudm zu fürchten. Wir wissen wohl, daß es unter den alten orthodoxen Juden deren genug giebt, welche die fünf Bücher Mosis, und vielleicht auch die Psalmen, auswendig hersagen können, aber solche Juden werdm immer weniger, und in Deutschland dürfte es bald dahin kommen, daß nur wenige mehr wissen werden, was in der Bibel steht, indem das Hebräische fast ganz vernachlässigt wird, eine deutsche Bibel aber nur selten bei einem Juden zu finden ist. Schreiber dieses wurde schon vor einer Reihe von Jahren herzlich ausgelacht, als er bei einem Gespräch mit einer Anzahl recht fein gebildeter Juden, von denen der eine sogar zu erkennen gab, daß er die Universität besucht habe, die hebräische Bibel aus der Tasche zog, um daraus die Wahrheit seines Ausspruches zu erhärten, und zugleich dabei gefragt, ob er denn glaube, daß sie noch hebräisch verständen, und wirklich ergab sich, daß sie alle bis auf einen, der ein Pole war und über den sie sich lustig machten, nichts davon wußten. Aber auch selbst bei den alten orthodoxen Juden hat es mit dem so „sorgsamen Studium" der