Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1847)
- Date
- 1847-02-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554570-2554573--00496-2556285- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
23 dem auch selbst der hohen Idee, welche er der Mission als „die ursprüngliche, leitende" zuerkennt, untreu geworden sind. Er erzählt uns, daß England offen den Grundsatz ausgesprochm habe: „Das Geld ist die kräftigste Waffe der Mission," und er weiß uns auch sehr genauen Bericht darüber abzustatten, daß wenigstens die Missionare unter den Juden diesen Grundsatz treulich befolgt haben. Er berichtet nämlich, daß von den Missionsgesellschaften Reisende in die kleinsten Ortschaften geschickt wordm sind, „wo sie in die jüdischen Familien sich eindrängten, nach und nach das Vertrauen derselben sich erwarben und so am sichersten ihre Beute zu machen hofften. Der Bibel konnten sie sich nicht bedienen, die Kenntniß dieser und ihr sorgsames Studium wurde den Zuden nie bestritten. So suchten die Missionare denn durch Geldspenden und Versprechungen Unbemittelte für ihre Sache zu gewinnen, unglückliche Opfer, die nur zu bald ihren Schritt zu bereuen Gelegenheit hatten, da sie sich nun, auf Erfüllung ihrer Hoffnungen vergeblich harrend, noch verlassener fühlten als zuvor. Durch solche Machinationen wurden Eltern den Kindern entfremdet, und das Unglück ganzer Familien herbeigeführt." Könnm nun wohl solche Gesellschaften, denen „selbst hochgestellte Geistliche ihren Eifer widmen" vom Staate noch geduldet werden? Zeder rechtschaffene uud edeldenkende Mann wird uns beistimmen, wenn wir sagen, nein. Bevor wir aber Herrn vr. Meyer Glauben schenken können, daß sein Bericht wahr ist, müssen wir warten, bis er uns die Duellen nennt, aus denen er ihn geschöpft hat, und diejenigen Missionare uns namentlich bezeichnet, welche solchen schnöden Seelenhandel treiben, und wüßten wir, daß ihm dieses Blatt in die Hände käme; so würden wir ihn recht dringend bitten, dies recht bald zu thun, und zwar wiederum in der Vossischen Zeitung. Denn obschon Herr vr. Meyer mit einer solchen Zuversicht spricht, daß man glauben sollte, er habe die Missionare auf ihren Reisen begleitet, und der Grundsatz: „Das Geld ist die kräftigste Waffe der Mission," sei in allen öffentlichen Blättern bekannt gemacht worden, so wird man doch schon deswegen Zweifel in die Wahrheit seiner Worte