Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1847)
- Date
- 1847-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2V zweideutig genug damit aus, wenn er . die fernere Existenz der Zudenmission durchaus in Frage stellt, ja geradezu den Antrag bei der Regierung gemacht wissen will, daß es ihr gefallen möge durch Aufhebung jener Gesellschaften die erste Stufe der Toleranz zu betreten. Wunderliche Idee! Durch einen Akt der Intoleranz soll die erste Stufe der Toleranz betreten werden! Durch Aufhebung, das heißt, durch Unterdrückung einer religiösen Gesellschaft soll Religionsfreiheit erlangt werden! Wie viel religiöse Gesellschaften werden dann wohl noch unterdrückt werden müssen, bis Preußen auf die höchste Stufe der Toleranz gelangt? Doch, wir wollen nicht zu voreilig Fragen, stellen und Schlüsse ziehen. Vielleicht hat Herr vr. .Meyer doch recht. Die Missionsgesellschaften können ja Grundsätze haben, die allem göttlichen und menschlichen Rechte zuwider sind, und da würde ja doch wohl jeder sittliche und religiöse Mensch ihm beistimmen müssen, daß solche Gesellschaften nicht geduldet werden können. Herr vr. Meyer breitet in der That den Missionsgcsellschasten solche Grundsätze unter, und bemüht sich auch Beweise dafür zu bringen. Aber um nur den Schein für sich zu haben, ist er geuöthigt, seine Zuflucht zu einer falschen und ganz ungegründeten Darstellung des Zweckes der Mission überhaupt, und der Wirksamkeit der Missionare insbesondere zu nehmen. Ob er aus Absicht oder aus Unwissenheit zu diesen Waffen greift, wissen wir nicht; in jeder Beziehung geht das daraus hervor, daß es ihm nicht um Wahrheit und wahre Toleranz zu thun ist, denn sonst hätte er sich gewiß zuvor gründlich von der eigentlichen Lage der Sache unterrichtet, ehe er solche Anklagen und Bannstrahlen in die Welt hinausgeschleudert hätte. Daß dies unser Urtheil nicht zu scharf ist, wollen wir aus seinen eigenen Worten darthun. Zn Bezug auf das Prinzip der Mission überhaupt, sagt Herr vr. M. Z. Meyer: „Die ursprüngliche, leitende Idee, der die Mission ihre Entstehung verdankt, war offenbar, heidnische Völker, deren Naturzustand nur die rohesten religiösen Vorstellungen erlaubte, für eine höhere und sittlichere Gottesverehrung heranzubildcn." Wo in aller Welt mag wohl Herr vr. Meyer