Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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haben auch die heutigen Rabbiner das Recht, anzuordnen, Waden Zeitbedürfniffen gemäß ist." Die Nothwendigkeit eines Sühnopfers wollte er nicht anerkennen. Die Sünde faßte er zu sehr als äußere That, daher wurde ausführlicher von dem Wesen der Sünde gehandelt. Beim Abschiede entließ er uns mit der freundlichen Einladung, ihn bei vorkommender Gelegenheit wieder zu besuchen. — .. Sonnabend den 26sten. — Die Besuche, die wir in ..... von 10 Uhr Vormittags unternahmen, brachten uns mit sehr verschiedenartigen Gemüthern in Berührung. Ein Arzt sprach seine Gesinnung in den Worten aus: „Mir ist alles gleich. Wenn mir Jemand gehörig Geld giebt, lasse ich mich morgen taufen." — Das Urtheil des zweiten jüdischen Arztes lautete: „Das Zudenthum wird sich ganz 'auflösen." Unsere Hoffnung zeigte ich ihm aus Hos. 3, 4. 5. und Sach. 12. — Es wurde auch noch davon gesprochen, wie die Reformer die'Sache verdrehen, wenn sie die Zerstreuung Zsraels nicht als eine Strafe für die Sündm des Volks ansehen und darum Loblieder an die Stelle der Klagegesänge setzen wollen. 5. Mos. 28. wurde dabei verglichen. — Mit dem Lehrer ...... der schon seit langer Zeit viel Erkenntniß des Christenthums besitzt, wurde Zes. 53. und Cap. 29, 10—14 betrachtet. ....... Ein Kaufmann äußerte sich folgendermaßen: „Zch glaube an Gott und Unsterblichkeit der Seele, auch ein Gericht Gottes. Wenn ich recht thue, so viel ich kann, so ist es genug. — Die Bibel ist ein menschlich Buch. Die Propheten waren große Männer, aber Offenbarungen von Gott hattm sie nicht empfangen." Zch ging in dem Gespräche, das von seiner Frau mit angehört wurde, und von meinem College» schon eine Zeit lang fortgeführt worden war, von den zugestavdenen Punkten aus: „Gott — Unsterblichkeit — Gericht," und zeigte, daß eben die Frage sei, wie der sündige Mensch, da kein Mensch ohne Sünde sei, im Gerichte Gottes bestehen könne, und suchte ihn darum auf die Nothwendigkeit eines Opfers zu führen. „Ich bin nicht gelehrt genug, und kann Zhnen nicht genaue Antwort geben," war die Ausflucht. Nur ein redliches Gemüth ist nöthig,