Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554570-2554572--00481-2556269- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
binden? Sie glauben es wirklich. Aber damit leugnen sie auch die: göttliche Offenbarung, das heißt, sie leugnen, daß Moses das Gesetz oder seine Lehre unmittelbar von Gott, empfangen habe. Denn glaubten sie, daß das Gesetz nicht aus dem Gehirn Moses entsprungen, sondern von Gott gegeben sei, sie würden es nimmer wagen, auch nur das Geringste davon abzuthun, sondern warten, bis Gott selbst sie davon befreien würde, wohl wissend, daß ihm dies Recht allein zusteht, und daß, wenn sie es sich nehmen, sie der Fluch des Gesetzes dann auch im vollkommenen Maße treffen muß. Doch genug für jetzt, um darzuthun, daß die Reform-Genossenschaft nimmermehr den Zweck haben kann, die Religion der Väter in ihrer Reinheit zu erhalten und auf die Kinder fortzupflanzen, sondern daß sie nichts Geringeres will, als die göttliche Offenbarung zu verdrängen und die Tagesweisheit an ihre Stelle zu setzen, oder dem allgemeine» Menschthume statt der Religion Geltung zu verschaffen. Dies hat sie auch neulich erst wieder mit der Wahl des Herrn Di-. Holdheim zu ihrem Prediger hinlänglich bestätigt, der dieses Ziel consequenr verfolgt, wie er sich bei verschiedenen Gelegenheiten mündlich und schriftlich frei und offen darüber ausgesprochen hat; dieser Freiheit und Offenheit wegen können wir ihm aber auch unsere Achtung nicht versagen. . Wir wollen nun zu der Rabbiner-Versammlung übergehen und sehen, ob wir da vielleicht zu andern Resultaten gelangen werden. Wir müssen dies von vornherein bezweifeln. Zwar geht sie vorsichtiger zu Werke als die Reform-Genossenschaft, und versichert uns, daß es keinesweges ihre Absicht sei, das Bestehende und von den Vätern Ueberkommene so ohne alles Weitere zu entfernen, oder wohl gar an den Grundpfeilern des Glaubens, der heiligen Schrift und dem Thalmud, zu rütteln; vielmehr wolle sie nur die Mißbräuche, abgeschaft wissen, die sich, wie ja Jedermann zugeben müsse , im Laufe der Zeit eingeschliche» hätten, und bei diesem Werke der Reform wolle sie auch nur die heilige Schrift und den Thalmud zu Grunde legen. Das klingt allerdings sehr lieblich und schön. Allein betrachtet man die Sache im rechten