Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 giebt es Tausende, die nicht viel mehr vom Zudenchume wiffen, als die Christen, die sich schämen, Zuden zu sein, und die lieber zehnmal ihren Glauben abschwören würden, ehe sie das geringste Leiden nm desselben willen auf sich nähmen. Daher denken sie auch nicht im geringsten an die Beobachtung der Verordnungen der Väter, sondern halten sie vielmehr für Thorheit und Unsinn, ja machen sich kein Gewissen daraus, selbst die heiligsten Gebote der Schrift, wie den Sabbach, muchwillig und freventlich zu übertreten und oft aus keinem andern Grunde, als um schnöden irdischen Gewinnstes Wille». So ungefähr sieht es gegenwärtig im Zudenchume aus. Die meisten Juden haben sich mehr oder weniger von der väterlichen Religion und selbst von dem Gesetze Gottes losgesagt, und wandeln nach den Gedanken ihres Herzens auf einem Wege, der nicht gut ist. Dadurch aber ist unter ihnen auch ein großer Riß entstanden, und die grenzenloseste Berwirrnng der religiösen Begriffe hat sich ihrer Gemücher bemächtigt, oder, um uns nach der Weise der gelehrten Rabbiner auszudrücken, das Leben ist mit der Religion in Zwiespalt gerathen. Diesen Riß nun zu heilen, diese Verwirrung zu lösen und diesen Zwiespalt zu entfernen, oder das Leben mit der Religion zu versöhnen, das, sagt sowohl die Rabbiner-Versammlung, als auch die Reform-Genossenschaft, haben wir uns zum Zwecke gestellt, darauf ist unsere ganze Wirksamkeit, darauf find alle unsere Bestrebungen gerichtet, dazu fühlen wir uns auch als treue Söhne Abrahams verbunden und von unserm eigenen Innern angetrieben, damit die Wankenden gestärkt und unserer allerheiligsten Religion erhalten, die Untreuen und Abgefallenen aber wieder zu ihr zurück geführt werden, und wir auf diese Weife den von unfern Vätern ererbten Glauben auch unfern Kindern erhalten. Gewiß ein löblicher Zweck. Denn in das inn, in die grenzenlose Verwirrung der religiösen Begriffe, Licht und Ordnung zu bringendem gewaltig daher brausenden Strome des Unglaubens, der alles mit sich fortzureiße» droht, einen festen Damm