Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Himmel, welchen Muhammed vor Christo entnehmen soll/ mit seinem zweiten Argumente unvereinbar sei. Darauf sagte er, daß er sich glücklich schätzen würde, weiter über diese, Gegenstände mit uns zu sprechen, wenn wir geläufiger persisch sprechen wurden. Wir fragten ihn, ob die Juden verfolgt werden würden, wenn sie zum Christenthume übertretenworauf er erwiederte, daß sich Niemand würde unterstehen dürfen, sie deswegen zu belästigen. Auch sagte er uns, daß er beabsichtigedie jüdischen Molla's zu versammeln, damit wir in seiner Gegenwart mit ihnen disputiren mochten. Den 14. März verließen die Brüder Jspahan und langten nach einer abermaligen beschwerlichen Reise von fünf Tagen am 19. in Kasch an an. Da sie sich nur kurze Zeit dort aufhalten konnten, gingen sie sogleich nach ihrer Ankunft in dasZudenviertel der Stadt und, in die Synagoge, wo sich bald eine Menge Juden, unter ihnen auch verschiedene Molla's, um sie versammelten. Bon dem Gespräche, das sie mit den Juden hatten, wacht uns Herr Sternschuß folgende Mittheilung: Wir bemühten uns, ihnen den ganzen Plan Gottes zu unserer Seligkeit vorzulegen, und zeigten ihnen vorzüglich, daß wir einen Erlöser nöthig hätten, wie unser Herr Zesus Christus sei, rein und vollkommen heilig, und welcher für uns strafbare Sünder starb, damit wir Bergebung erlangen möchten, daß aber ein solcher Plan nur von der göttlichen und allmächtigen Gnade ausgedacht werden konnte. Zn dieser Weise konnten wir einer zahlreichen Versammlung von Juden in ihrem Gotteshause die großen Wahrheiten des Christenthums auseinandersetzen, und eine Menge Stellen der heiligen Schrift erklären. - Während des Gesprächs herrschte die vollkommenste Ordnung und Ruhe. Auch hatten wir die Freude, mit einem sehr kcnutnißreichen Molla zusammen zu treffen, dessen Bekanntschaft wir auf unserer letzten , Missionsreise nach Hamadau gemacht hatten. Er freute sich gar, sehr, uns wieder zu sehen, und bedauerte nur, daß wir sobald weiter reisen wollten. Einer der Molla's lud uns ein, ihn Morgen in seiner Wohnung zu besuchen, wo, wie er sagte, wir eine zahlreiche Versammlung der heiligen Gemeinde, d. i. von Juden, finden würden.