Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Dir Gegenstände, welche heute besprochen wurden, Wattn die Weissagung«« Daniels und MMachis. 20. — Gemäß der gestrigen Einladung gingen wir zu dem Mdlla, bei dein »vir eine grdße Anzahl Juden versammelt fanden. Wirverweilten ungefähr zwei Stunden bei ihm und redeten zu den versammelten Kindern Abrahams von den-, was zu ihrem Weden dient. Die jüdische Einwohnerschaft in Kascha» besteht vhngefähr aus 200 Familien. Man erzählte uns, daß der Großvater eines der Molla Nasi gewesen und, wegen seines freundlichen und gütigen Benehmens gegen seine Brüder nach dem Fleische, allgeniein geliebt worden sei. Sein Sohn und Nachfolger jedoch, der die entgegengesetzte Richtung einschlug, zog sich seiner-unmenschlichen Handlungen wegen den Haß der Juden dermaßen z»i, daß man ihm nach seinem Tode ein jüdisches Begräbniß verweigerte und ihn nur neben dem jüdischen Bcgräbnißplaße beerdigen ließ. Ms wir nach Hanse gingen, wurden wir von eniigcn Juden begleitet, denen bald noch mehrere folgten, so daß die übrige Zeit des Tages unsere finstere und schmutzige Wohnung in der Karavanserai voll von Juden war; jedoch mußten wir den Khangi oder Wirch der Karavanserai erst Befehl geben, den Juden freien Zutritt zu uns zu gestatten. Bon den beiden Molla'S, die uns besuchtm, hatte ich den einen auf unserer Reise nach Ham ad an kennen gÄeknt. Er erzählte uns, daß er sich über das Neue Testament UNS Rethivoth Olam, welche Schriften wir ihm für seine»» Bam gegeben hatten, sehr freue u»»d fleißig darin studire, daßsotvohl in seinen als in seines Vaters Ansichten über das mündliche Gesetz «me große Veränderung vorgegangen sei, daß sie aber ihre Gefühle und MeintMg gegenwärtig noch nicht ausspreche» und bekennen dürften. Der Gouverneur von Zspahan sagte uns, daß der Vater der beste Hebräer in ganz Persien und wohl geeignet sei, über theologische Gegenstände mit u»»s zu disputiren. Zu unserer Bettüb»»iß aber war er gerade zu etneitt Besuche in Kum; sein Söhn jedoch gab uns ein Empfehlungsschreiben an ihn mit, so daß wir unmittelbar nach unserer Ankunft in Krim Mit ihm bekannt wurden.