Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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211 solle? Aus mehren. Stellen, auf diewir bereits hingewiesen habe», geht es vielmehr deutlich hervor, daß ein ziemlich langer. Zeitraum verfließen werde, ehe diese herrliche Zeit eintreten wurde. Es kann also der Grund, warum selbst die neuern Juden dem N. T. nicht dieselbe göttliche Autorität zuerkennen, wie dem Alte», auch nicht in dem Mangel an Lebenskraft liegen, die es, um sich als göttlich zu beurkunden, auf seine Bekenner und andere, die außerhalb dieses Bekenntnisses'stehen, ansüben müßte, indem wir gerade das Gegentheil dargethan habe»». Wo nun aber sollen wir denn diesen Grund suchen, und wo werden wir ihn finden? Allein im Unglauben, der aber ebenso die Göttlichkeit des Alten Testaments verwirft. Das Prinzip der neuern Juden ist, und zum Theil auch der alten, besonders wenn es auf die geheimnißvollen Lehren der Schrift, nicht etwa bloß des Neuen, sondern auch des Alten Testaments ankommt: Was ich mit meiner Vernunft nicht begreifen kann, das glaube ich auch nicht, und darf es auch nach dem Gebote des Gottes meiner Väter nicht glauben, der gesagt hat: „Erkenne, Israel, den Herrn, deinen Gott." Za wohl sollen wir Gott erkennen, aber gewiß nicht mit unserer bloßen Vernunft und so, daß wir ihn begreifen können. Denn wäre das die Meinung dieser Worte, dann hätte sich Gott nicht zu offenbaren gebraucht, und dann wäre er nicht ein unbegreiflicher Gott. Wir sollen ihn in der Offenbarung erkennen, und zwar grade als einen solchen, wie er sich uns geoffenbaret hat, das kann aber nur durch den Glauben geschehen. Die Offenbarung erfordert nothwendig Glauben; sobald uns derselbe fehlt, und wir nur das annehmen wollen, was wir begreifen können, dann müssen wir die Offenbarung leugnen, wie so vieles Andere, was wir als Wahrheit annehmen. Wir werden unser eignes Dasein leugnen müßen, denn es wird doch Niemand sagen können, er begreife die Entstehung des Menschen, oder die Verbindung der Seele mit dem Leibe; er weiß es nur auf welche Weise er entstanden ist, und daß Leib und Seele mit einander aufs engste vereinigt sind, und damit muß er sich begnügen. Doch ent-