Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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210 gezwungen werden, uns beizustimmen. Und was hat denn das Judenthum nach außen hin gewirkt im Vergleich zum Christenchume? So gut wie Nichts. Die Wirkung nach außen hin lag aber auch nicht in der Natur desMosaismus oder derDekonomie des Alten Bundes, die nur auf ein Volk beschränkt bleiben sollte; denn ihr Zweck war der, daß Israel der Träger der Erkennmiß und Verheißungen Gottes sein sollte bis auf die Zeit, in welcher der geboren werden würde, in dem alle Völker der Erde gesegnet werden sollen. Bis zu der Zeit hat auch die Lehre des A. T. stets wahres Leben unter Israel erzeugt. Kamen auch Zeiten, in denen fast das ganze Volk von dem Herrn abgefallen war und sich dem Götzendienste ergeben hatte, wie zur Zeit des Propheten Jeremias, immer waren lebendige Glieder unter ihm, und der Geist Gottes hauchte auch das Volk wieder an und brachte Leben in die erstorbene Masse. Wie ganz anders finden wir Israel in den letzten 18 Jahrhunderten, es seufzt unter der Last von Menschensatzungen und Ceremonien, die es wohl tödten, aber nimmer wahrhaft geistliches Leben ihm mittheilen können. Oder werden etwa die neuern Juden mit all ihren Reformen und Lehren die erstorbene Masse wieder beleben können? Nimmermehr. Wir sehen es ja täglich, wie Israel dadurch immer, weiter von Gott und seinem Worte entfernt wird, und mancherlei Streitigkeiten und Spaltungen unter ihm hervorgerufen werden. Wie ganz anders ist es dagegen im Christenthume! Mag es auch immerhin zu Zeiten tief gesunken sein, wie dies auch in unfern Tagen der Fall ist, so trägt es doch den Lebenskeim in sich, und dieser treibt dann die herrlichsten Knospen und Blüthen, die zu ihrer Zeit zu den schönsten Früchten heranreifen. So zeigt es sich besonders an den Bibel- und Missionsgesellschaften, die aber auch deswegen in den Augen der Juden ein Dorn sind. Zn Bezug auf den Einwand, daß Jesus nicht der Messias sein könne, weil noch nicht Friede und Eintracht auf Erden herrscht, möchten wir fragen, wo denn die Stelle -im A. T. zu finden ist, in welcher es ausgesprochen wird, daß entweder sogleich mit der Erscheinung des Messias, oder in dem Mid dem Zeiträume nach derselben diese herrliche Zeit eintreten