Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554556-2554569--00455-2556242- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wir uns wohl ganz kurz fasse», ja wir möchten ihn ohne alles weitere sogleich als ganz ungegründet zurückweisen. Freilich mache», namentlich die neuem gelehrten Zudev, aus den vielen Parteiungen und Spaltungen, aus der Zerrissenheit der christlichen Kirche, den Schluß, daß das R. T. nicht wahr, und Jesus nicht der Messias sein könne; denn, sagen sie, wäre die Lehre des N. T. göttlich, so müßte sie sich an ihre»! Bekennern kräftiger erweisen, und wäre Zesus der Messias, so müßte Eintracht und Frieden auf Erdm fein. Aber dieser Schluß ist falsch. Den» läge es nothwendig in der göttlichen Lehre, daß sie ihre Bekenner zu einem heiligen Leben zwinge, so kann dasA- T. gewiß noch viel weniger göttlich sein als das Reue. Wann hat Israel jemals nach den Vorschriften des Gesetzes gehandelt? Kaum hatte es die zehn Worte von Gott vernommen, so machte es sich auch schon ein goldnes Kalb. Wie oft hat es nicht gegen Gott und Moses gemurrt und diesen zu tobten gesucht? Doch wir schweigen, jeder Jude kennt die Geschichte seines Volkes und weiß es, wie es allezeit das Gesetz des Herrn verachtet, wie es die heiligen Propheten getödtet hat, und sogar öfters in den gräulichsten Götzendienst verfallen ist. Wer aber wollte den Schluß daraus ziehen, daß darum die Lehre des A. T. nicht göttlich sein könne? An allen wahren Israeliten hat sie wohl ihre göttliche Kraft bewiesen. Oder haben sich die Juden etwa in den letzten 1800 Jahren vom Gesetze Gottes leiten lassen, haben sie das Wort des Herrn treu befolgt? Wir wissen es wohl, daß sie sich dessen rühmen; aber wir wiffett es auch, was das Gesetz und die Propheten sagen, und wenn diese wahr sind, dann kann sich Israel nimmer seiner Treue gegm Gott in der Beobachtung seiner Gebote rühmen, sondern muß seinm Abfall von Gott und sein Beharren im Ungehorsam gegen dessen Wort bekennen. So lange Israel nicht ein solches Bekenniniß ablegt, sondern meint, im Besitze der Wahrheit zu sein, und auf dem rechten Wege zu wandeln, macht es Gott selbst zum Lugner, mrd kann daher auch seine hohe Bestimmung nicht erreichen. Man lese nur 3. B. Moses 26. und 5. B. Mos. 28 und den in dieser Beziehung so wichtigen Propheten Zerenüas, und man wird