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Dibre Emeth · 1846-11-01 · Heft 11 (November 1846) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 11 (November 1846)
Date
1846-11-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ist an meinem Herzen erfahren , ich habe es aufs klarste erkannt: So kann kein Menschenwort das harte Herz zerschlagen und demüthigen, kein menschlicher Trost das gebeugte aufrichten; solcher Friede, solche über alles Irdische erhebende Freude, ein so kräftiger Antrieb kann aus keines Menschen Worten stießen. Durch diese Erfahrung, die mir Niemand abstreiten kann, weil ste mein ganzes Wesen umgewandelt hat, und ich sie durch Gottes Gnade immer aufs neue mache, ist mir die Bibel wieder Gottes Wort geworden; und ich weiß nun, was ich an ihr habe, wahrend der orthodoxe Jude, der mit mir in Bezug auf das A. T. im Bekenntniß übereinstimmt, keine Ahnung von der Lebenskraft desselben hat, sondern es meistens nur zu seinen Buchstabenklaubereien und äußerlichem Gottesdienste mißbraucht, höchstens es hochschätzt als eine richtige Lehre für den Verstand; von einer Erneuerung des Herzens durch dasselbe weiß er nichts. Doch ich kehre zu den Predigten zurück, über deren Inhalt ich wenigstens in der Kürze Dir noch berichten muß, um Dir noch einigermaßen ein Verständlich meiner Umwandlung möglich zu machen. Die ersten Predigten enthielten Belehrungen über den Stand der Unschuld und den Sündenfall der ersten Menschen, über das Wesen, die Allgemeinheit und die Folgen der Sünde, nach 1. Moses 1 — 3 und ein paar andere Stellen des Tenach. Welches Licht ging mir durch diese Vorträge auf über diesen wichtigen Abschnitt der Schrift, welchen von den Rabbinern keiner verstanden hat; welches Licht aber vornehmlich über meinen eigenen Zustand! Nun erkannte ich erst die Siüide als das, was sie ist, als eine Empörung, eine Feindschaft wider Gott, weicher mit Recht Gottes Fluch und ewige Strafe folgt; und wie eine Fackel leuchtete das lebendige Wort in mein Inneres hinein, mtd zeigte mir vornehmlich gerade die Gestalt, die sie in mir angenommen, ließ mich sehen die Schlangenwindungen der Lüste, denen ich diente, so daß ich bekennen mußte: Alich ich bin der Sünde Knecht und unter dem Fluche Gottes (5. Moses 27, 26.) Ich hatte bisher ja gefühlt, daß mir der wahre Frieden Gottes fehle, daß ich krank sei; daß aber die eigentliche Ursache meines Unftie-

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