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Dibre Emeth · 1846-11-01 · Heft 11 (November 1846) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 11 (November 1846)
Date
1846-11-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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189 spalt etwas merken zu lassen, mich ganz in ihrem Sinne aus. Zch suchte gegen mein Herz eine starke Schanze und Mauer anzulege», und fand in den Unterredungen, die wir hatten, in den Aussprüchen namhafter Männer, auf die ich hingewiesen wurde, Stoff genug zu meinem Bau; aber dennoch vermochte ich nicht, den angezündeten Funken in mir auszulöschen, in stille» Stunden machte sich das Bedürfniß meines Innern und die Eindrücke, die ich beim Lesen des N. T. empfangen, in ihrer ganzen Kraft geltend. Zch las es aufs neue, und je weiter ich las, desto stärker wurde die Ueberzeugung von seiner Wahrheit in meinen Herzen. Aber gegen meine Freunde konnte ich nicht aussprechen, was in mir vorging; nur Gott that ich meinen Jammer kund, und bat ihn, mich zu erleuchten und zu führen, und zwar um so zuversichtlicher, seit ich Zesu Worte gelesen: „Bittet, so wird euch gegeben. So ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gure Gaben geben, wie viel mehr wird der himmlische Vater seinen heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten." Zn solchen Augenblicken wurde mir dann recht wohl, daß ich Hoffnung faßte, es werde die Zerrissenheit meines Herzens noch ganz aufhören; zu anderer Zeit fühlte ich diese wieder im vollen Maße, ich hatte dann am N. T. keine Freude und in dem Zweifel daran keine Beftiedigung, und überließ mich einer dumpfen Schwermuth, gegen welche ich wohl dann Hülfe bei meinen Bekannten suchte. — So war ich eines Tages wieder zu dem Freunde gegangen, der mir das N. T. gegeben. Zch wollte schon wieder Weggehen, als ein junger Mann bei ihm eintrat, den er mir als einen Zugendfreund vorstellte. Das Gespräch lenkte sich nicht auf religiöse Gegenstände, denn jener wollte nur einm kurzen Besuch machen; aber sein ganzes Wesen zog mich wunderbar an. Er hatte in seinen Blicken Etwas, was mir noch bei keinem Menschen so entgegen getreten war. Als er wegging, verabschiedete ich wich auch, um mit ihm ein Gespräch anzuknüpfen. Aber als ich mit ihm allein war, vermochte ich doch nicht von dem, was in mir vorging, etwas kund zu thun. Zch richtete einige Fragen an ihn, wodurch ich erfuhr, daß er längere Zeit von F., seiner Vaterstadt entfernt

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