Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1846-11-01 · Heft 11 (November 1846) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 11 (November 1846)
Date
1846-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554556-2554568--00432-2556218
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

187 herablassenden Barmherzigkeit nimmt er sich der gebeugten Sünder an! Und endlich, welche Sanftmuth gegen seine Feinde, welche treue Liebe gegen seine Freunde, welche Geduld, Standhaftigkeit und Gottvcrtrauen in seinen schweren Leiden, und welch ein Tod! der selbst den heidnischen Hauptmann zu dem Ausruf brachte: Wahrlich dieser ist ein frommer Mann gewesen! Doch ich finde nicht Worte genug um zu beschreiben, wie groß und liebenswürdig mir Zesu Person in den einfachen Berichten der Evangelien erschien. Denn obwohl ich vorzugsweise das erste Evangelium nach der Reihe durchlas, so schweifte ich doch öfter, wenn beim Aufschlagen des Buches mein Blick in eins der andern siel, in diese hinüber. Ueberall fand sich dasselbe Bild der reinsten Liebe gegen Gott und die Menschen wieder. Ich wurde mit der größten Hochachtung vor demselben erfüllt und, überwältigt durch diese Persönlichkeit, so wie durch die Einfachheit und Schlichtheit der Erzähler, gewöhnte ich mich unvermerkt, die Erzählungen von ihm, auch die seiner Wnnderthate.n, als wahr anzusehen; es sing der Gedanke an in meinem Herzen Raum zu gewinnen: Za, das ist der Erlöser Israels, das ist der Mann, der auch dir helfen kann und muß. Dann tauchten wieder Bedenken und Zweifel in der Seele auf, und es bereitete sich ein Kampf in meinem Herzen vor. Dieser brach mächtig hervor, als ich einst auf das Wort stieß: „Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken; nehmet auf euch mein Zoch und lernet von mir, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele." (Matth. 11, 28.) Wie sehr meiner Seele die wahre Ruhe fehlte, und wie sehr ich mich darnach sehnte, habe ich oben beschrieben. Du kannst Dir also wohl denken, daß eine solche Verheißung mir zu Herzen gehen mußte. „Wäre dies Wort Wahrheit, dann hättest Du sä den Weg gefunden, der zu dem ersehnten Ziele führt," hieß es in meinem: Innern, „dann wärst Du ja an der Duelle des Lebens, die dir so fern bäuchte! Und ein Manu, so rem in Wort und That, kann nicht lügen! Und warum cs wenigstens nicht versuchen, die Bedingung, welche erwacht, zu erfüllen?"—Schon wollte ans meinem Herzen die Bitte dringen: D Liebender, der Du so

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.