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Dibre Emeth · 1846-11-01 · Heft 11 (November 1846) · page 3

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 11 (November 1846)
Date
1846-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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183 schen Treibens mich erhaben dünkte, sondern von welcher ich auch auf die, welche noch am Glauben der Väter festhielten, mit einer gewissen Verachtung herabblickte; ich betrachtete sie als solche, die auf einer niedern Stufe, die ich verlassen habe, stehen geblieben waren. Ich sah einen Fortschritt darin, daß ich nicht blos keinm Werch mehr darauf legte, dem auserwählten Volke Israel anzugehören, sondern auch durch keine überlieferte Offenbarung und Schrift mich mehr gebunden achtete; ich wollte, wie ich Dir schrieb, nicht eia Jude,'sondern ein Mensch sein; ja ich war es nach meiner Meinung, denn ich hatte die vollkommenste Erkevntniß erlangt. Zn dieser hochmüthigen Elnbilduug fühlte ich mich öfters recht wohl, denn ste schmeichelte meinem stolzen Herzen. Aber zuweilen, (ich schäme mich jetzt nicht mehr wie damals, mir und andern es zu gestehen) zuweilen ergriff mich unwillkührlich eine bange Wehmuth; ich kam Mir einsam, verlassen und arm vor, es war mir als hätte ich den köstlichsten Schatz meines Herzens verloren, als könnte ich nicht anders glücklich sein, als wenn ich zum Glauben meiner Kindheit, zur Gemeinschaft meiner Glaubensgenossen zurückgekehrt wäre. Es trat mir auch der Gedanke vor die Seele: Ich will wieder umkehren, als ein demüthiger Sohn Israels, zu den Füßen seiner Lehrer sitzen und mich halten an sein Gesetz wie meine Väter« Aberbald erhoben sich wieder Zweifel und Bedenken, es schien mir unmöglich, daß ich wieder unter das Joch der Ueberlieferung des Talmuds mich beugen könnte; denn ich hatte zu klar so vieles als menschliche Satzung, ja als Erdichtung und Fabel erkannt, was die Väter als göttliches Gesetz und göttliche Weisheit verehrt hatten. Auch der Glaube an die Göttlichkeit des Tenach und die darin erzählten Wunder vermochte ich meinem Herzen nicht wieder zu geben, so gern ich es gethan. Dazu kam der Geist des Partikularismus im Zudenthum; das Beschränken der vollkommenen Religion auf ein Volk und das damit verbundene Erheben über die andern Völker war mir im hohen Grade zuwider geworden. Ich konnte also nicht jenem tiefen Zuge meines Innern, der mich zum väterlichen Glauben hinzog, folgen, denn.ich

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