Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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weil sie keine Jüdin sei. Herr Newbolt hielt eS nun für nöthig zu dem Pascha zu gehen, um die Beerdigung einer brittischen Unterchanin, jüdischer Religion, auf dem Begräbnißplatze dieses Volkes zu sichern. Der Pascha crwicdette, Laß, da er von dem Ober- Rabbi in Kenntniß gesetzt worden sei, daß die Verstorbene keine Jüdin, sondern eine Christin sei, er ihn nicht zwingen könne, sie zu beerdigen. Zur selben Zeit zeigte mir der Sohn der Verstorbenen mit tiefer Betrübniß an, daß der Rabbi ihm das Anerbieten gemacht habe, seine Mutter unter der Bedingung zu beerdigen, daß er das Hospital verließe, indem er sich zugleich 100 Rthlr. gesichert habe, im Fall er sein Versprechen brechen würde. Der arme junge Mann war in. großer Verlegenheit, was er thun solle, ob dem letzten Willen seiner Mutter ungehorsam zu sein, oder seine Stelle aufzugeben und somit seinen Lebensunterhalt zu verlieren. Er ging zu dem Rabbi, kehrte aber bald in wahrer Todesangst zu mir zurück, indem der Rabbi sich nun weigerte, seine Mutter unter irgend einer Bedingung zu beerdige». Ich machte nun Salomon den Vorschlag, daß er sich entschließen möge, seine Mutter auf den Begrädnißplatze des Hospitals zu beerdigen. Da er sich jedoch entschieden dagegen weigerte, so versprach ich ihm, noch einen andern Versuch zur Erfüllung seines Wunsches zu machen. Ich machte demnach den Vice-Consul mit dem Anerbieten des Rabbi, unter welcher Bedingung er die Mutter Salomons beerdigen wolle, bekannt, wodurch die Behauptung, daß die Verstorbene Christin sei, als entschieden falsch dargcthan sei. Der Vice-Consul zeigte dies sogleich dem Pascha an, aber der Rabbi begegnete dieser Aussage mit einem entschiedenen Widerspruche und leugnete es bestimmt, daß er ein solches Anerbieten gemacht habe. Da wir uns nun selbst überlassen waren, hielt ich es zur Beruhigung der trauernden Familie für wünschenswerth, noch eilten Versuch zu machen, den Leichnam auf dem jüdischen Begräbnißplatze zu beerdigen, und im Fall dies verhindert würde, ihn dann auf den des Hospilals zu bringen. Die Leiche wurde nun nach dem jüdischen Begräbnißplatze gebracht und von mir, Herrn Prediger Beitch und Herrn Critchlow, begleitet. Ein Haufe gemeiner Juden,