Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Wir bereits erfahren haben, »mb er zeigt sich noch gewaltiger in denjenigen, deren sich die Rabbinen in neuerer Zeit bedient haben, Md die ich nun kürzlich mittheilen w>ll>' Gne Züdin, Namens Ester, welche mit ihrem Sohne und ihrer Schwiegertochter im Hospitale Dienste genommen hattewurde plötzlich non einer Leber-Entzündung befallen, und starb nach einer viertägigen Krankheit zu meiner großen Betrübniß, indem ich in ihr einen schätzbaren und anhänglichen Dienstboten verlor. Sie hinterließ sterbend ihrem Sohne das Vermächtniß, daß sie auf dem jüdischen Kirchhofe unter ihrem Volke beerdigt sein wollte. Als mir der Sohn dies Verlangen seiner Mutter anzeigte, erkannte ich sogleich die Schwierigkeit, welche damit verbunden sein würde; aber dessenungeachtet entschloß ich mich aus Achtung gegen sie und im Bettacht ihrer Familie, Alles zu thun, was in meinen Kräften stand, um ihren letzten Willen zu vollziehen. Zch setzte demnach sogleich an dem Morgen ihres Sterbetages, den 2l. Februar, den Ober-Rabbiner davon in Krnntniß und bat ihn, die nöthigm Anordnungen zu ihrem Vegräbniße zu treffen. Der Rabbiner ließ mir sagen, daß er am folgenden Morgen Antwort senden würde- Da es aber durchaus nothwcndig war, daß sogleich Vorbereitungen zu ihrem Vegräbniße getroffen würden, so wiederholte ich meine Bitte an den Rabbi, daß er mich noch an diesem Abende mit einer Antwort beehren möchte. Er lehnte es abermals ab, sie eher als bis Morgen zu geben. Nun fiel es mir ein, daß, da die verstorbene Esttt in Gibraltar geboren und folglich eine brittische Uuterthqmn sei, es angemessen sein würde, den Vice-Consul, Herrn Nkwbo lt, von diesen Umständen in Kenntniß zu setzen, und um seinen amtlichen Beistand zu bitten, daß die sterblichen Urbrrreste einer brittischen Unterthamn beerdigt würden. Herr dicwbolt gewährte gern und freundlich meine Bitte. Er sandte gleich am folgenden Morgen «ne offieirllr Note an den Ober? Rabbi, um seine Meinung weM des Begräbnißrs zu vernehmen. Nach langer Zögermig machte der Rabbi endlich um 12 Uhr dem Herm New bol t feine Entscheidung bekannt, daß er seme Zustimmug zur Beerdigung der Verstorbenen auf dem jüdischen Begräbnißplatze nicht geben könne,