Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1846-10-01 · Heft 10 (Oktober 1846) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554556-2554567--00424-2556209
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

180 angeführt von dem Dragoman des Ober-Rabbi, folgte uns , deren Sjnache und Betragen rs vrrrieth, -Gaß man sich uns tpidersetzen würde, - Als wir auf dem BegräbMplatze angelangt waren, fingen die Todtengräbcr an das Grab zu machen, wobei sogleich zwischen ihnen und dem jüdischen Pöbel eine Balgerei entstand, was mich sofort bestimmte, diesen Ort zu verlassen und zu unserm eigenen Begräbnißplaße zu ziehen. Dies geschah und die Beerdigung wurde ohne weitere Störung vollbracht. Düse Weigerung des Rabbi, eine Jüdin und briltische Unterthanin zu beerdigen unter dem schamlosen Borwande, daß sie als Christin gestorben sei, veranlaßte die brittischen Unterthanen zu Jerusalem an den brittischen Gesandten zu Konstantinopel eine Eingabe zu richten, welche die Tharsachcn berichtete und eine Bitte um Schutz in Ausübung ihrer Rechte und Privilegien enthielt. Diesem Dokumente wurde ein von vielen Juden unter zeichnetcs Attest beigclegt/ daß die Verstorbene als Jüdin gelebt habe und so gestorben sei. Die Verfolgung endete jedoch hier noch nicht. Am folgenden Tage wurde mir angezeigt, daß der Muselmann, der uns den Begräbnißplatz für das Hospital verkauft, und der Jude, in dessen Namen ich ihn gekauft hatte, auf den Befehl des Pascha eingezogen und in das Gefängniß geworfen worden seien. Sie find beide, oder auch nur einer, mit der Bastonade hart gestraft worden, und der eine ist noch im Gefängnisse, und es ist außer allem Zweifel, daß diese grausame Thst auf Anregen des Ober-Rabbi vollzogen wurde. - Solche Thatsachen von der Unduldsamkeit des Rabbinistuus sind der beste Beweis gegen die, aller Geschichte Hohn sprechende Behauptung der neuen Inden, daß das Judenthum, selbst wie es sich im Thalmud und RabbiuismuS entwickelt und gestaltet habe, nichts von Unduldsamkeit, oder wie man sich gern ausdrückt, von Hierarchie wisse, sondern allen seinen Bekenner», ja selbst auch den Bckennern'aller andern Religionen, die vollkommenste Freiheit lasse, nach seiner Ueberzeugung nicht nur zu denken, sondern auch zu leben und zu handeln. O, wann wird man doch einmal dahin kommen, der Wahrheit die Ehre zu geben und sie auch frei und offen zu bekennen, selbst dann, wenn man gcnöthigt wird, die Schäden seiner Religion aufzudecken! Das aber will man nicht, sondern giebt sich lieber der Täuschung und dcm Jrrthum anheim,setbst auf die Gefahr hinmil der Geschichte und den täglichen Ereignissen in den schreiendsten Widerspruch zuteeten — Dies Blatt erscheint monatlich in einem Boqe» und kostet der Jahrgang Io Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. - Gedruckt und in Commission bei Trowt-sch und Sohn in Franksurt a. d. O.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.