Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Er umfaßt nicht nur alle religiösen Gebräuche, sondern beherrscht mit einer despotischen Kontrole jede That im bürgerlichen Lebens Zudem er ausschließlich die Aufsicht über Speise und Trank in Anspruch nimmt und die Gesetzmäßigkeit oder Ungesetzmäßigkekt derselben bestimmt, trennt er durch eine breite Scheidungslinie die Juden von der ganzen übrigen Menschheit. Diese Besonderheiten, gepflegt durch Gewohnheit und befestigt durch abergläubische Ehrfurcht, sind die furchtbarsten Bollwerke, gegen welche der Missionar in seinen Beziehungen zu diesem besondern und interessanten Volke zu kämpfen hat. Bei dem geringsten Verdachte von einer Himmgung zum Christcnlhume wird die mächtige Wurfmaschine gegen die geargwohnte Person in Bewegung gesetzt, und in den meisten Fällen gelingt es, die angeregte Neigung zum Forschen nach Wahrheit zu unterdrücken, oder auch völlig zu vernichten. Nur durch die engste und vertrauteste Verbindung mit den Juden kann man zu einer wahren Einsicht gelangen in den Charakter des rabbinischen Systems und dcr Schwierigkeiten, mit welchen der evangelische Missionar bei seiner Arbeit unter den Juden zu kämpfen hat. Die Berichte über die Mission zu Jerusalem liefern Hinlängliche Beweise für die Wahrheit dieser Bemerkung, besonders in dem Widerstande, welcher mit all den unerschöpflichen Mitteln eines alten und tiefgewurzclten Vorurtheils gegen den ärztlichen Zweig der Mission erhoben worden ist. Bei denjenigen, welche Mit dem Geiste des Judenthums unbekannt sind, muß es die größte Verwunderung errege», daß rin solch unermüdlicher Widerstand gegen eine Anstalt gezeigt wird, welche Linderung und Hülfe in leiblicher Noch und im Leiden bietet, nicht als Bestechung für Proselyten, sondern im Gegentheil mit solcher Nachsicht gegen die Borurcheile in Speise und Trank, damit ans dem Gemüche auch des gewissenhaftesten Juden, jeder Scrnpel und Einwand in dieser Hinsicht entfernt werde. Aber der Grund des Widerstandes liegt auf der Hand; es ist der dauernde Anstoß des Kreuzes, welches von jeher „den Juden rin Aergerniß und den Griechen eine Thorheit ist. Dieser Anstoß ist noch eben so groß, wie er vor 19 Jahrhunderten war. Er hat sich gezeigt in den Mitteln des Widerstandes, dm