Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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175 feindlich entgegen, verboten den Juden Hülfe darin zu fachen und sprachen endlich den fürchterlichsten Bann über alle diejenigen aus, denen die Gesundheit mehr galt als das Verbot der Rabbinen. Dadurch nun aber wurden die armen kranken Juden genöihigt, das Hospital sogleich zu verlassen, einige von ihnen sogar in de« gefährlichsten Krankheiten, so daß ohne Zweifel mancher arme Zude sein Leben hat dran geben müßen, dem noch hätte geholfen werden können, wenn er nicht durch die Grausamkeit der Rabbinen verhindert worden wäre, von den ihm dargcreichten Heilmitteln Gebrauch zu machen. Lange jedoch wurde auch selbst der Bann nicht geachtet, die große Roth und die schweren Leiden trieben die armen Juden wieder zu ihren Wohlthätern, aber auch die Bannstrahlcn wurden wieder über sie geschleudert und in fürchterlicher Weise als zuvor, und den im Hospitale Verstorbenen wurde die Ruhe auf dem jüdischen Begräbnißplatze verweigert, so daß sie auf dem christlichen Gottesacker oder in ungeweihtcm Boden beerdigt werden mußten. Wie nun die Rabbinen, besonders aber der Oberrabbi, in dieser Sache zu Werke gehen, davon wollen wir hier ein Beispiel geben. Herr Dr. Macgowan, Arzt und Vorsteher des Hospitals, erstattet dem Comits über den Monat September d. Z. folgenden Bericht: Dieser Monat hat unsere Thätigkcit sehr in Anspruch genommen, und es gereicht uns zur großen Freude, bezeugen zu können, daß die Anstalt das Mittel gewesen ist, zahlreichen Kranken und Hülflosen, die ihre Zuflucht zu uns nahmen, wesentliche Wohlthaten zu erweisen. Obschon diese Zeit von schweren epidemischen Krankheiten fast ganz verschont geblieben ist, so haben doch der Mangel an Lebensmitteln und die damit verbundene Entbehrung unter dm ärmcrn Klassen viel Leiden und allgememe Krankheiten erzeugt. Die vorherrschenden Krankheiten haben alle einen solchm Ehararter, wie es unter gegenwärtigen Umständen, bei einer verarmten und dem Hungertode preisgegebenen, der nöchigstrn Lebensbedürfnisse beraubten und in das tiefste Elend versunkenen Volksmenge zu erwarten war. Unter der großen Menge der Patienten, welche m den bestimmten Tagen die Thüren des Hospitals belagettm, wartn Leute, deren abgemagerte und halb nackte Gestalt es sogleich