Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Zions zuwandeln und Könige dem Glanze, der über Zion aufgeht; auf ihn sollen die Znseln harren und die Schiffe , von Tharsis aus der Ferne die Kinder herzubriygcn; die Thore Zions sollen Tag und Nacht nicht verschlossen werden, damit die Menge der Völker und, ihre Könige herzugebracht werden (Zes. 60, 3. 9. 11.) : . Nur arge Verblendung gegen das Helle Zeugniß der Geschichte kann es in Frage stellen, in welcher Person alle diese Prophetensprüche ihre Erfüllung gefunden haben. Ei» Blick in die Evangelien, auf die christliche Kirche, auf den Zustand Israels seit achtzehn Jahrhunderten lehrt es zur Genüge — daß Jesus von Nazareth der ist, in welchem der alte Bund zu seinem Wesen gekommen ist, in dem die Hoffnungen der Väter und die Gesichte der Propheten ihre Erfüllung gefunden haben. „Was ist. Zndenthum?" fragen wir abermals und .vier Jahrtausende antworten uns: Es ist die Borbereitungs an statt auf Zesum Christum und auf das Gottesreich, das er für alle Völker der Erde gründen sollte. Diese Wahrheit drängt sich dem, der Kenntniß der Geschichte mit gewissenhafter Prüfung verbündet, so unwiderleglich auf, daß der Unglaube an diese Wahrheit nimmermehr darin seinen letzten; Grund haben kann, daß sich der Verstand von ihr nicht überzeugt hat Die Offenbarung sowohl Alten wie Neuen Testaments ist Sache des Glaubens, und der Glaube Sache des Herzens; so lange dies nicht seine Bedürftigkeit nach Erlösung fühlt, so lange kann es weder den erkennen, dessen einziges- Werk es ist, diese Bedürftigkeit zu befriedigen, noch kann es die im Alien Testament verkündeten Vorbereitungen auf ihn in ihrer Tiefe erfassen. Die gcoffenbarte Religion ist durch und durch sittlicher Art, auch ihre Erkenntniß liegt auf dem sittlichen Gebiete. Wer die Sünde nicht in. ihrer Fluchwürdigkcit erkannt und deshalb nicht mit ihr gebrochen hat, der kann die von obenher gekommene Weisheit nicht verstehen, weil diese. eben nicht unsere Berstandesspeculation, sondern das Bedürfniß unseres sündigen Herzens befriedigen, ihm zeigen will, wie es aus der Knechtschaft der Sünde heraus und in die - Gemeinschaft mit Gott kommen kann. Naht man mit Ber-