Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1846)
- Date
- 1846-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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anderen sittlichen Bedingungen lebt, als der Mensch, den er vertreten soll. Der Stellvertreter des Menschen muß aber nicht blos Mensch, er muß ein heiliger Mensch sein, sonst wurde er selbst eines stellvertretenden Versöhners bedürfe», aber nicht eines Anderen Stellvertreter sein können. Und soll nicht jeder einzelne Mensch für jede einzelne Sünde einen solchen Stellvertreter haben, so muß dieser heilige Mensch etwas Allumfassendes, die ganze Menschheit in sich Schließendes Haben: er muß als der zweite Urmensch von Gott geschaffen und dem Menschen zum Stellvertreter gegeben sein; dem ersten Urmenschen, Adam, in allen Stücken gleich, auch darin, daß bei ihm die Möglichkeit des Falles vorhanden ist — denn nur, wo diese ist, ist der Urzustand des Menschen, ist die Sittlichkeit eine freie, und nur ein mit freier Sittlichkeit gleich dem Menschen begabtes Wesen kann jene vertreten. Aber diese Möglichkeit der Sünde darf vermöge anderer, in ihm liegender Kräfte nie zur Wirklichkeit werden, weil er dadurch unfähig würde, in die Stelle der sündigen Menschheit einzutretcn. Er muß wahrer Mensch, aber er darf nicht bloßer Mensch sein. Diese wunderbare Person, bei der jene nothwendigcn Bedingungen genau zusammentreffen, wird uns im Alten Testament geoffcnbart, ihre Schilderung bildet den Höhepunkt des ganzen Alten Testaments. Wie das Opfer thatsächlich, sinnbildlich, so verkündigt das Prophctenwort sic unvcrhüllt: cs ist die Person des Messias, des Mittelpunktes im Gesetz, in dem ganzen Cultus und in der Weissagung. Zn ihm sollte die dem Abraham gegebene Berheißung ihre volle Erfüllung finden, durch ihn die Mittheilung des Segens, die Wiedervereinigung der Menschheit mit Gott geschehen. Nur die wesentlichsten Hauptzüge dessen, was das Alte Testament über die Person des Messias sagt, werde hier angedeutet. Während Stellen, wie Zrsaias 9/6.: „UnS ist ein Kind geboren,' ein Sohn ist uns gegeben rc.," die wahre menschliche Natur des Messias lehren, deuten andere, wie JefaiaS 7, 14.; „Siehe eine Zungfrau ist schwanger und gebiert einen Sohn re." klar am daß er nicht auf dem Wege der gewöhnlichen Abstammung, sondern durch einen schöpferischen Akt Gottes entstehen sollte, ähnlich