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Dibre Emeth · 1846-10-01 · Heft 10 (Oktober 1846) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 10 (Oktober 1846)
Date
1846-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Das Sündopfcr schloß sowohl von Seiten Gottes, als von' Seilen des Menschen ein doppeltes Element in sich. Es war ein Zeugniß sowohl der Gerechtigkeit, als, der Gnade Gottes. Die Gerechtigkeit Mtles fordert Bestrafung der Sünde, und wie schon bei der ersten Sünde der Tod als die Strafe der Sünde angekündigt wurde (1. Mos. 3, 19.), so war das Sundopfer gleichsam eine Verkörperung dieses Strafurthrils, welches an dem stellvertretenden Opferthiere vollzogen wurde. Daß aber Gott diese Stellvertretung sich gefallen, die Strafe an dem Opfer vollziehen ließ, und des Opfernden schonte, war ein Zeugniß seiner Gnade, seiner vergebenden Liebe; aber seiner heiligen Liebe, die nicht ohne Sühnung vergeben kann, weil sonst dem Gesetze, das ja Ausfluß seines innersten Wesens ist, nicht Genüge geschehen würde. Ebenso setzt das Opfer im Menschen eine doppelte Gesinnung voraus: Sehnsucht nach Vergebung der Sünden, hcrvorgehend aus der Erkenntniß derselben; verbunden mit dem Vertrauen, daß Gottes Gnade um des Opfers willen jene Sehnsucht befriedigen, die Sünde vergeben werde. Das Opfer war das thatsächlichr Bekenntniß, daß diese zwiefache Gesinnung vorhanden sei. Ze unzweifelhafter nun diese stellvertretende Idee der eigentliche Nerv des Sändopfers ist, desto mehr geht hieraus hervor, daß dieses ganze Institut kein in sich vollendetes, nur rin provisorisches sein konnte. Stellvertreter des Menschen kann nur der Mensch sein. Die Gerechtigkeit Gottes fordrrt einen Gegenstand der Sühne, der genau dem der Strafe Verfallenen entspricht. Auch rin Engel kann flicht für den Menschen als Stellvertreter cintrrten, weil er unter aus der Einsetzung desselben hervor. Das erste Paffahopfer, mit dem doch die spätere» wesentlich gleichbedeutend sein müssen, wurde nicht »ach, sondern vor der Tödtung der Erstgeburt in Aegypten dargebrackt, qlso nicht au« Dank für die geschehene Errettung, sondern damit diese erfolge. Dir vielen Klagen, welche die Aegypter trafen» während Israel von druselben verschont blieb, konnten in diesem leicht den gefährlichey Jrrihum erzeugen, daß es um seiner Gerechtigkeit willen ungestraft blieb- Dem mußte bei der letzten und größten Plage, die die anderen ln sich faßte, yorgrbeugt werden. Das Passah opser, mit dessen Blut die Pfosten der Thüre bestrichen wurde», sollte es dem Volke Israel zum Bewußtsein bringen, daß e« nicht verschont blieb, weil eS gerecht, sondern .weil es versöhnt war, weil seine Sünde, womit es ebenfalls Mn Tbd verdient Mtk, ihm um des Opfers willen vergeben war.

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